Mensch 2011: Hans Kramer leitet den Posaunenchor Altenmedingen

Mehr als 80 Auftritte pro Jahr

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Die Proben beginnen mit Kindern und Jugendlichen, anschließend kommen die Erwachsenen hinzu. Rund 40 Musiker sind im Posaunenchor Altenmedingen unter Leitung von Hans Kramer (Mitte) dabei.

Altenmedingen. „Schön, dass Du wieder da bist“, begrüßt Hans Kramer einen seiner Schützlinge. Strahlend steht der Junge vor ihm. Ja, er war krank, aber jetzt ist er wieder voll dabei.

Mit großem Engagement stürzen sich acht Kinder in den Probenabend des Posaunenchors Altenmedingen und dieser wird seit mittlerweile 35 Jahren von Hans Kramer geleitet. Wegen dieses Einsatzes ist Kramer für den Wettbewerb „Mensch 2011“ der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg in der Kategorie Ehrenamt nominiert.

Angefangen hat alles am 6. Dezember 1977, als der jetzt pensionierte Lehrer die Leitung des Altenmedinger Posaunenchores übernahm. Schon zu Weihnachten spielte der Chor erstmalig unter seiner Leitung im Gottesdienst. Und da es zu diesem Zeitpunkt nur acht aktive Spieler gab, war Kramers Ehrgeiz geweckt, daraus eine große musikalische Truppe zu machen. „Ich habe dann auch gleich mit der Nachwuchsarbeit angefangen“, erzählt der heute 71-Jährige. Acht Kinder konnte er begeistern, darunter auch erstmals einige Mädchen. Und so begann eine Erfolgsgeschichte. Alle zwei Jahre beginnt in Altenmedingen ein Anfängerkurs. Und wer in jungen Jahren angefangen hat, der bleibt meistens lange dabei, so die Erfahrung von Kramer. Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, geht der Posaunenchor auf Reisen. Dreimal waren die Musiker schon in Amerika, weitere Reisen führten nach Brasilien und Argentinien. Mit dabei war auch immer Ehefrau Christel. Und diese Reisen schweißen zusammen. „Das Gemeinschaftserlebnis prägt und stärkt ungemein“, berichtet Hans Kramer. Für ihn und die Chormitglieder ist so eine Fahrt mit vielen Vorbereitungen verbunden. „Wir treffen uns regelmäßig, um für die Konzerte zu proben. Diese Proben finden zusätzlich zu den normalen Chorproben statt.“ Immer montags kommt der Posaunenchor zusammen. Erst sind es nur die Jüngsten, später wächst die Truppe auf rund 40 Musiker an. Und alle sind gerne dabei, die Begeisterung des Einzelnen ist deutlich zu spüren. Wenn jemand zu spät kommt – kein Problem: Platz und Stühle gibt es genug.

Mit seiner herzlichen Art reißt der Vollblutchorleiter seine Musiker mit. Mehr als 80 Auftritte pro Jahr hat der Chor zu bewältigen. „Es muss nicht jeder bei jedem Auftritt dabei sein. Wir haben verschiedene Gruppen eingeteilt.“ Der Posaunenchor bringt nicht nur seinen Musikern große Freude, auch die Altenmedinger selbst erfreuen sich daran. „Wenn wir zu einem besonderen Anlass ein Ständchen bringen, dann sind auch unsere Zuhörer glücklich“, weiß Kramer. Sein Anliegen ist es, mit seiner Arbeit den Menschen ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Da spielen ein Zehnjähriger und ein 60-Jähriger von einem gemeinsamen Notenblatt, der große Altersunterschied spielt keine Rolle. „Die Erwachsenen bilden das ständige Rückgrat des Posaunenchores“, sagt der Ehrenämtler. Etliche Generationen hat er im Laufe der Jahre erlebt. „Für die Älteren ist es der Genuss an der Musik, für die Jüngeren das Gemeinschaftserlebnis.“ Im Laufe des Jahres tritt Kramer nach 35 Jahren aktiver Chorarbeit ab, allerdings nicht ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. Und im Sommer fährt der Posaunenchor für 16 Tage nach Amerika. Selbstverständlich ist Hans Kramer dabei.

Von Meike Bornemann

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