Matte Stimmung im Heide-Verein

Eine Schnuckenherde soll zwar auch in diesem Sommer die Klein Bünstorfer Heide zum Anziehungspunkt machen. Ein Schnuckenfest wird es allerdings nicht geben – mangels Beteiligung der Mitglieder. Archivfoto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Immer sind es die selben Leute, die es in die Hand nehmen, Veranstaltungen zu organisieren und zu betreuen. Und immer sind es die selben, die ihre Ärmel hochkrempeln, wenn es anderweitig etwas zu tun gibt. Unter anderem sind dies die Gründe dafür, dass der Verein „Bad Bevenser Heide e.V.“ in diesem Jahr das Schnuckenfest in der Klein Bünstorfer Heide ausfallen lässt.

Der Festausschuss des Vereins hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres empfohlen, kein Schnuckenfest 2011 zu veranstalten. Unter anderem auch, weil „unter den Beteiligten eine gewisse Müdigkeit aufgetreten ist“, wie es in der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins hieß. Obendrein stand der erwirtschaftete Überschuss nicht im Verhältnis zum Arbeitsaufwand. „Es ist auch schwierig, jedes Jahr ein neues Highlight zu bringen, um die Veranstaltung attraktiv zu gestalten“, so der Vorsitzende Jürgen Strampe.

Die Mitgliederversammlung sah all die Argumente ein: Einstimmig stimmte sie dafür, dass es in diesem Jahr kein Schnuckenfest geben wird. Im Herbst soll der Vorstand dann prüfen, ob es für den Verein sinnvoll ist, in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über eine Durchführung des Schnuckenfestes im nächsten Jahr entscheiden zu lassen.

Auch am Bevenser Kartoffelfest wird sich der Heide-Verein in diesem Jahr nicht beteiligen. „Die Teilnahme am Umzug würde nur Kosten produzieren und ein Infostand beziehungsweise Heidespezialitäten würden in der Masse der Stände untergehen“, war man sich einig. Auch hier hapert es an der Beteiligung mancher Mitglieder: Es sei obendrein schwierig, für die Standbesetzung freiwillige Helfer zu finden, hieß es.

So ganz ohne ein Fest wollen die Heidefreunde das Jahr aber doch nicht verstreichen lassen. Siegfried Ranglack schlug vor, anstatt des Schnuckenfestes in diesem Jahr während der Heideblütenzeit in der Klein Bünstorfer Heide ein Mitgliederfest mit Freunden und Förderern des Vereins zu veranstalten, um einen besseren Kontakt zu den Mitgliedern zu pflegen. Rolf Behn, Rainer Bahlo, Siegfried Ranglack, Björn Held, Ilse und Jürgen Strampe wollen die Organisation des Festes nun in die Hand nehmen. Außerdem will sich der Verein mit einem Stand an den LandArt-Märkten beteiligen, die ab 1. Mai wieder monatlich rund um den Neptunbrunnen im Kurpark veranstaltet werden.

Vom Pech verfolgt scheint der Bevenser Heide-Verein auch in Sachen Heidegärten: Die Grünanlagen, die über die Stadt verteilt liegen, bereiten Jahr für Jahr Kopfzerbrechen, denn die Heidepflanzen wollen einfach nicht so gedeihen wie die Mitglieder es sich vorstellen. Die hohen Temperaturen im Sommer und eine mangelhafte Organisation der Bewässerung sind schuld, vermutet man im Verein. So kam aus den Reihen der Versammelten einerseits der Vorschlag, die Böden der Heidegärten untersuchen zu lassen, um Rückschlüsse für das bessere Gedeihen zu ziehen. Außerdem soll sich der geschäftsführende Vorstand erkundigen, ob es Heidesorten gibt, die mit weniger Wasser zurecht kommen.

Trotz aller Widrigkeiten soll die Erika weiter in der Stadt Bad Bevensen zu finden sein: Bis auf die Fläche vor dem Restaurant „La Stella“ sollen alle Heidegärten erhalten bleiben. Die Nachpflanzungen für dieses Jahr werden mit mindestens 2000 Euro zu Buche schlagen. Wer sich übrigens an der ersten Pflanzaktion des Jahres beteiligen möchte, ist für den 16. April eingeladen: Im Rahmen des Müllsammeltages der Stadt Bad Bevensen wird zwischen 8 und 12 Uhr gearbeitet, Treffpunkt ist auf dem Strampenhof.

Ein Bonbon in diesem Jahr wird der erneute Besuch der Schäferin mit ihrer Schnuckenherde sein, die bereits im vergangenen Jahr in der Klein Bünstorer Heide zu Gast war. Vom 15. August bis 15. September jeweils zwischen 12 und 17 Uhr wird sie auch in diesem Jahr dort zu finden sein.

Von Ines Bräutigam

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