Betrüger sammeln in Bad Bevensen im Namen des „Notruf Ukraine e.V.“

Die Masche mit Altkleidern

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Mit diesen Flugblättern haben die Betrüger im Namen des „Notruf Ukraine – Polizisten helfen e.V.“ in Bad Bevensen um Kleiderspenden gebeten.

Bad Bevensen. Während seine Kollegen ausschwärmen und in Wohngegenden Flugblätter für eine angebliche Altkleidersammlung verteilen, wartet der Fahrer eines weißen Transporters mit bulgarischem Kennzeichen ein paar Straßen weiter.

Das Fahrzeug war in den vergangenen Tagen wiederholt Bevenser Bürgern aufgefallen, die der Polizei Hinweise gaben. Die Ermittlungen haben nun ergeben: Die Altkleider-Sammler, die angeblich im Auftrag des „Notruf Ukraine – Polizisten helfen e.V.“ unterwegs sind, sind offensichtlich Betrüger.

Der 2. Vorsitzende besagten Vereins mit Sitz in Wernigerode im Harz, Holger Oppermann, warnt Bürger, die in guter Absicht handeln wollen. „Wir sind ein Verein, welcher bundesweit 150 Mitglieder hat und notleidenden Menschen sowie öffentlichen Einrichtungen in der Ukraine hilft. Hierzu sammeln wir auch Spenden“, schreibt er der AZ. Aber: „Diese Sammlungen konzentrieren sich auf den Harz und Umgebung“, so Oppermann. In Bad Bevensen seien keine Sammler für den Verein unterwegs. Die dort aufgetauchten Flugblätter seien also nicht von ihm und seinen Mitstreitern.

„Eine Rückfrage beim Landkreis hat ergeben, dass die Sammlung nicht angemeldet wurde“, bestätigt Kai Richter, Sprecher der Polizei-Inspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, auf AZ-Nachfrage. Bei den Sammlern handele es sich also um Trittbrettfahrer, die im Namen des „Notruf Ukraine – Polizisten helfen e.V.“ an Spenden gelangen wollen.

Bei dem Halter des besagten Fahrzeugs, das in Bad Bevensen sowie im weiteren norddeutschen Raum schon öfter aufgefallen war, handele es sich um einen bulgarischen Staatsbürger, so Richter. Man habe ihn bislang nicht persönlich antreffen können, prüfe aber ordnungs- und auch strafrechtliche Schritte.

Seitdem die Sammlungsgesetze in den meisten Bundesländern – auch in Niedersachsen – ersatzlos aufgehoben wurden, haben die Behörden immer wieder mit derlei Vorfällen zu tun. Auch das nicht genehmigte Aufstellen von Altkleidercontainern beschäftige die Beamten in regelmäßigen Abständen, sagt Kai Richter. Ebenso präsent seien in letzter Zeit auch Bettler, die von Haustür zu Haustür gingen, informiert der Polizei-Sprecher; auch hier würden strafrechtliche Konsequenzen geprüft. Grundsätzlich rät der Polizeihauptkommissar: „Die Bürger sollten immer die Augen offen halten und verdächtige Beobachtungen der Polizei melden.“

Von Ines Bräutigam

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