47-jähriger Angeklagter aus Bad Bevensen räumt sexuelle Übergriffe auf Mädchen ein

Mann gesteht Missbrauch von Kindern vor Gericht

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Bei der Eröffnung des Landgerichtsprozesses gegen den 47-jährigen Bevenser (ganz rechts) verbarg dieser sich mit einer Kapuze vor der Öffentlichkeit – und auch gestern konnte er den Eltern seiner Opfer nicht in die Augen blicken.

Bad Bevensen/Lüneburg. Er wolle es den Kindern auf jeden Fall ersparen, vor Gericht aussagen zu müssen. Und es tue ihm alles leid.

Aus diesen Beweggründen legt ein 47-jähriger Mann aus Deutsch Evern, der mittlerweile in Bad Bevensen lebt, gestern Vormittag ein Geständnis vor dem Lüneburger Landgericht ab. Wie berichtet, muss er sich wegen Kindesmissbrauchs in 159 Fällen verantworten. Zwischen Juli 2012 und Mai 2015, so die Anklage, hat der Mann seine damals neun bis zehn Jahre alte Tochter, seine Nichte und acht weitere Mädchen im Alter von vier bis sieben Jahren missbraucht.

Es habe sehr lange dauert, seine Schuld zu erkennen, lässt der Angeklagte gestern von seinem Verteidiger Dr. Sascha Böttner sein Geständnis verlesen. Erst schrittweise habe er eingesehen, daran zu arbeiten und sich seiner Taten zu stellen.

Die ihm vorgeworfenen Taten räumt der 47-Jährige umfassend ein: Es sei richtig, dass er Fotos von den nackten Mädchen aufgenommen habe, da er deren Anblick „interessant und anregend“ fände. Auch habe er sie im Intimbereich angefasst, geduscht, abgeseift und eingecremt. Dabei habe er „nicht darauf reagiert, was die Kinder wollten“, sondern Situationen ausgenutzt, um die Kinder zu berühren. Auch den Vorwurf, in einem Bad eine Kamera installiert sowie Gipsabdrücke von Intimbereichen der Mädchen genommen zu haben, räumt der Mann ein.

Mit seiner Einlassung könnte sich der Angeklagte den Weg zu einer Bewährungsstrafe bahnen: Zu Verfahrensbeginn hatte das Gericht im Falle eines Geständnisses eine Freiheitsstrafe zwischen 22 und 26 Monaten, eine Sexualtherapie und eine Geldauflage in Aussicht gestellt. Wobei die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, bliebe sie unter zwei Jahren. Nach Auffassung des Gerichts, der Staatsanwaltschaft und dreien der vier Nebenkläger sei das Geständnis des Mannes im Sinne dieser Verständigung ausreichend gewesen. Klärungsbedarf gibt es zwischenzeitlich aber, ob bei den Übergriffen auf die Kinder Gewalt angewendet wurde.

Von Ines Bräutigam

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