Die Lutherbibel in Flammen

Medingens Äbtissin von Kleist führte Ludger Abeln und das Film-Team über den alten Klosterfriedhof.

Bad Bevensen-Medingen - Von Ute Bautsch-Ludolfs. Nonnen hetzen durch den Wald, verfolgt von vier Reitern, eine Nonne stürzt in die Ilmenau… Szenenwechsel: Vor dem Kloster Medingen lodert ein Feuer, verbrannt wird die Lutherbibel.

Schauerlich wirken die Szenarien, die gemäß der Historie im „Nonnenkrieg“ spielen, als sich der Konvent mehr als 30 Jahre der Anordnung des Landesherrn von 1524 , zum lutherischen Glauben zu wechseln, widersetzte. Die Lutherbibel, die Herzog Ernst den Zisterzienserinnen zu Beginn der Reformation 1524 schicken ließ, hatte die Äbtissin öffentlich verbrannt. Das war am ersten Drehtag des NDR-Filmteams im Kloster Medingen – dort wurde für die Sendung „Menschen am Wasser“ gedreht, die Ende Oktober im NDR zu sehen sein wird.

Am nächsten Tag, als die neun Kleindarsteller längst wieder abgereist sind, geht es beschaulicher zu. Äbtissin Monika von Kleist plaudert mit dem bekannten Moderator und Sprecher Ludger Abeln, berichtet ihm, dass im Kloster in seiner Blütezeit kurz vor der Reformation über 100 Nonnen lebten. Sie schlendert mit ihm über den alten Friedhof, weiß die eine oder andere kleine Anekdote zu berichten und verabschiedet ihn vor dem Kloster.

Um sie herum arbeitet ein siebenköpfiges Team. Mit dabei ist Frieda, immer Ludger Abeln auf den Fersen – eine Hündin, ein Portugiesischer Wasserhund. Der Wasserhund ist bewusst gewählt worden, denn in dem Film geht es um Wasser. Um „Menschen am Wasser“, erklärt Regisseur, Erfinder und Autor der Sendung, Achim Tacke. Neben Medingen wird auch in Bad Bevensen und Uelzen gedreht.

Die Grundidee: „Wasser ist Leben. Wasser scheint so selbstverständlich, ist es aber nicht. Wasser hat Geschichte geschrieben und verändert. Auf diesen Spuren sind wir in dieser Sendung“, sagt Tacke, der mit Ulrich Koglin auch schon mehrere Folgen der NDR-Serie „Landpartie – Im Norden unterwegs“ mit Moderatorin Heike Götz produziert hat.

Die Sendereihe wird dreiteilig sein. Produziert wird an der Ilmenau, der Oker und am Jadebusen. Einerseits gibt es faszinierende Aufnahmen aufs Wasser, andererseits werden historische Szenen, wie der Nonnenkrieg in Medingen, dargestellt. Ludger Abeln fängt darüber hinaus im launig-lockeren Interview so manche Information ein.

Der Wechsel, die Entwicklung, das Geschehen am Wasser wird so auf besondere Weise eingefangen, auch wie es Städte und Gegenden verändert hat. So wird in dem Film auch in die „Unterwelt“ der Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen geschaut und die Technik betrachtet und vor allem erläutert, was dieses Wasser gerade für eine Entwicklung in dem Ort bewirkte. Und es wird der Bedeutung der alten Salzwege in Lüneburg nachgespürt.

Auch in Hösseringen im Museumsdorf wird gedreht, weil es dort noch eine Rieselwiese gibt. „Beginn war im Otterzentrum in Hankensbüttel, denn die Ilmenau ist so sauber und klar, ein fantastischer Indikator, dass dort auch wieder Otter leben könnten“, berichtet Tacke und schwärmt weiter von den fantastischen Bildern an der Ilmenauquelle.

Am 31. Juli soll alles gedreht und aufgenommen sein, dann kann der Schnitt beginnen. Ende Oktober sind die drei 90-minütigen Sendungen dann an den folgenden Sonntagen ab 20.15 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen.

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