Bad Bevensen: Bauarbeiten am Elbe-Seitenkanal beginnen voraussichtlich Ende Juni

Liegefläche wird verdoppelt

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Die sogenannten „Europaschiffe“ mit 85 Metern Länge sind die häufigsten Schiffe auf dem Elbe-Seitenkanal. Derzeit können lediglich vier von ihnen gleichzeitig in Bevensen festmachen, um zu pausieren.

Bad Bevensen/Uelzen. Die Liegestellen am Bad Bevenser Hafen werden verdoppelt: Statt wie bisher auf 350 Metern sollen Frachter und Yachten auf Höhe der Kurstadt ab Mai 2016 auf 650 Meter Länge auf dem Elbe-Seiten-Kanal (ESK) stoppen können.

Das teilt Martin Köther auf AZ-Nachfrage mit. „Die Möglichkeiten für Ruhepausen sind für Schiffer derzeit recht begrenzt“, sagt der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen. „Durch die Baumaßnahme werden wir deutlich mehr Kapazitäten schaffen. “.

Die Erweiterung wird ab Ende Juni/Anfang Juli in südlicher Richtung vorgenommen und demnach ein knappes Jahr Bauzeit in Anspruch nehmen. Denn was einfach klingt, ist mit großem Aufwand verbunden: Die Liegestelle wird im Rechteckprofil mit Spundwänden erstellt, der zur Liegestelle umzubauende Bereich des Kanals weist ein Trapezprofil auf – das nun einseitig zum Rechteck werden muss, wie Köther mit einfachen Worten einen komplizierten Sachverhalt beschreibt. Die Böschung müsse abgefahren, die Kanalwände neu aufgebaut werden.

Planung und Baubegleitung übernimmt das Neubauamt Hannover, zu dessen Projektpalette auch der Schleusenbau in Minden gehört. Das Neubauamt Hannover ist eines von bundesweit sieben Neubau- beziehungsweise Ausbauämtern der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Deutschlands.

Es ist der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte in Hannover untergeordnet und unter anderem für Baumaßnahmen am Mittelland- und Elbe-Seitenkanal zuständig.

Wie stark der Hafenausbau in Bad Bevensen finanziell ins Gewicht fällt, wollte Köther noch nicht genau beziffern – die Auftragsvergabe ist noch nicht abgewickelt. Klar ist aber: Es wird in die Millionen gehen.

Der Ausbau der Liegestelle in Bevensen ist eine Folge der steigenden Betriebsamkeit auf dem ESK. 2014 meldete die 115 Kilometer lange Wasserstraße Rekordtransportmengen. Am Schiffshebewerk Scharnebeck und an der Schleuse Uelzen wurde 2014 erstmals die Zehn-Millionen-Tonnen-Marke überschritten. Der Jahresumschlag lag in Uelzen bei mehr als 430 000 Tonnen – ein Rekord, mit dem der Uelzener Hafen an die Kapazitätsgrenzen gelangt ist. Die Stadt Uelzen plant darum einen Ausbau der Hafenanlage (die AZ berichtete). Im Vorjahr hatte die Uelzener Hafen- und Umschlagsgesellschaft (UHU) noch insgesamt knapp 315 000 Tonnen Umschlagsmenge für das Jahr gemeldet.

Von Wiebke Brütt

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