Bevenser tötet laut Polizei seine Mutter und setzt gemeinsame Wohnung in Brand

70-Jährige aus Feuer geborgen

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Rund 80 Einsatzkräfte brachten in der Nacht zu Freitag den Brand unter Kontrolle und retteten die Bewohner. Der Sachschaden am Gebäude beträgt nach derzeitigen Ermittlungen etwa 30.000 Euro.

wb Bad Bevensen. Ein 45-jähriger Mann aus Bad Bevensen hat am Freitag nach Polizeiangaben gestanden, seine 70-jährige Mutter am Donnerstag getötet und dann in der Nacht zu Freitag die gemeinsame Zwei-Zimmer-Wohnung an der Bad Bevenser Bahnhofstraße in Brand gesetzt zu haben. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und Totschlags.

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Etwa 80 Einsatzkräfte wurden gegen 1.30 Uhr zu dem Brand an der Bahnhofstraße gerufen. Zehn Personen wurden aus dem brennenden Haus evakuiert, vier Bewohner und ein Feuerwehrmann kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Die 70-jährige Mutter des Beschuldigten bargen sie tot aus ihrer Wohnung im Erdgeschoss. Der 45-jährige Sohn der Toten habe sich kurz nach dem Brand bei der Polizei in Uelzen gestellt und ein Geständnis abgelegt, teilten die Beamten mit.

Das Motiv des Mannes ist noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei schließt nach seinem umfangreichen Geständnis derzeit aber Habgier oder Streitigkeiten zwischen Mutter und Sohn aus. Der 45-Jährige habe eingeräumt, seine Mutter sei gesundheitlich angeschlagen gewesen. Sie hätte ihrem Sohn gegenüber gesagt, dass sie nicht in eine Pflege-Einrichtung gehen wolle.

Wie genau die Frau zu Tode kam, sollen weitere Untersuchungen klären. Tabletten waren laut Polizei aber wohl nicht im Spiel. „Der Leichnam wies Verletzungen auf, die ihm beigebracht wurden“, sagte Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage. Aus Feuerwehrkreisen wird berichtet, dass die Frau Verletzungen am Kopf habe.

Der Beschuldigte soll die gemeinsame Wohnung nach Polizeiangaben mit Brandbeschleuniger angezündet haben. Danach habe er das Haus verlassen und sich von einem Taxi nach Uelzen fahren lassen, wo er sich der Polizei gestellt habe. Der Mann, der den gestrigen Tag in Untersuchungshaft zugebracht hat, wurde inzwischen dem Haftrichter beim Amtsgericht Uelzen vorgeführt.

Mehr zum Brand finden Sue auch im E-Paper und in der Printausgabe der AZ vom 11. Januar 2014.

 

Fotos vom Unglücksort

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