Erika Schulz-Schmidtsdorff verabschiedet sich nach 43 Jahren aus dem Kindergarten-Alltag

Ein Lebenstraum wurde wahr

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Die amtierende Baumkönigin Lil Wendeler war extra aus Göttingen angereist und verteilte auch kleine Geschenke an die Kinder.

Emmendorf. „Ich brauch’ die Erde, Luft und Licht/Und bis mein letzter Zweig zerbricht/Bin ich für alle der Baum des Lebens!“ Mit diesem Lied von Peter Maffay besangen die Mädchen und Jungen im DRK-Bewegungskindergarten Emmendorf nicht nur einen Baum, sondern sie pflanzten jetzt auch einen.

Und unterstützt wurden sie dabei von einem ganz besonderen Gast: Lil Wendeler. Sie ist die Deutsche Baumkönigin 2016.

„Der ist 1000 Meter schwer!“ – Einige Kinder durften die Krone, also den schmucken Holzhut der Baumkönigin, zur Probe aufsetzen.

Auch der Anlass war ein sehr besonderer: Nach 43 Jahren im Dienste des DRK, 23 Jahre davon in Groß Liedern, zwei Jahre in Bienenbüttel und mehr als 18 Jahre in Emmendorf verabschiedet sich nämlich Erika Schulz-Schmidtsdorff in den Ruhestand. Die Kindergartenleiterin schenkte ihren Emmendorfern die Winterlinde – den Baum des Jahres 2016 –, die die Kinder gemeinsam mit der Baumkönigin pflanzten zum Abschied. Mit ihrem Holzhut – der Krone –, kleinen Geschenken und spannenden Geschichten rund um das Phänomen Baum und ihrer charmanten Art zog Lil Wendeler die kleinen und großen Gäste der Pflanzaktion in ihren Bann. Manche Kinder durften sogar ihre Holzkrone einmal vorsichtig aufsetzen und stellten lauthals fest: „Die ist 1000 Meter schwer!“

Erika Schulz-Schmidtsdorff (in blauer Jacke) schenkte dem Kindergarten zum Abschied eine Winterlinde.

Ein wenig schwer fällt auch Erika Schulz-Schmidtsdorff der Abschied vom Kindergartenleben. Aber nach 43 Jahren sei es nun auch an der Zeit. Am 7. Oktober wird sie auch offiziell verabschiedet. Vor allem in den letzten Jahren ihrer Tätigkeit, in Emmendorf, hat sie ihre Spuren hinterlassen. „Dorthin habe sie gewollt, „weil es für mich in einer kleinen Einrichtung die Möglichkeit gab, mehr die Theorie mit der Praxis zu verbinden“, sagt sie. „Emmendorf war für mich ein Glücksgriff.“ Sie absolvierte für die Ein-Gruppen-Einrichtung eine Zusatzausbildung zur Motopädagogin mit dem Schwerpunkt Psychomotorik und erhielt 2007 für ihren Kindergarten das Prädikat „Bewegungskindergarten“. Durch ihre Erfahrung auf diesem Gebiet führte sie unterm Dach des DRK auch zwölf Jahre lang praxisbezogene Fortbildungen für Erzieher durch. „Das Thema ‘Wie kommt Montessori aufs Rollbrett?’ war immer besonders gefragt“, verrät sie.

Ein großes Glück habe sie aber auch mit Emmendorfs Bürgermeister Uwe Silbermann und dem Gemeinderat gehabt, die den neuen Kindergarten bauen ließen, sagt Erika Schulz-Schmidtsdorff. Als Silbermann sie damals aufforderte, eine Zeichnung von einem neuen Kindergarten zu machen, dachte sie zu träumen. Vier Jahre später war ihr „Traumkindergarten“ entstanden. Das ist fünf Jahre her.

In diesen fünf Jahren entwickelte Erika Schulz-Schmidtsdorff gemeinsam mit ihrer Kollegin Katharina Schmidt vieles weiter, oft mit Hilfe der Eltern. „Eine Großtagespflege mit zehn Kindern unter drei Jahren machte das Angebot dann komplett“, sagt sie.

Nach den fünf Jahren im neuen Kindergarten habe die Leiterin nicht nur das gute Gefühl, alles angeschoben zu haben, „sondern für mich auch abgeschlossen zu haben, damit die nachfolgende Generation auf das aufbauen kann, was dieser Kindergarten heute ist“, erklärt Erika Schulz-Schmidtsdorff. Und schiebt eine ganz besondere Liebeserklärung hinterher: „Ich könnte sagen: Dieser Emmendorfer Kindergarten war mit die Erfüllung eines meiner Lebensträume!“

Von Ines Bräutigam

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