Das neue Kurhaus Bad Bevensens wächst: Mitte Mai soll der Rohbau fertig sein

Im Labyrinth aus Stützpfeilern

+
Bauamtsleiter Roland Klewwe führt die AZ über die Bevenser Kurhaus-Baustelle. Auch dank des milden Winters ist die Stadt im Zeitrahmen.

Bad Bevensen. Vor zwei Wochen standen nur wenige Wände, inzwischen lässt sich bereits die einen Meter hohe Bühne im großen Saal erahnen, und die Dimensionen der Fensterfronten des Foyers werden greifbar.

Etwa drei Wochen nach der Grundsteinlegung des neuen Bevenser Kurhauses stehen die Skizzen der Architekten in Stein und Beton vor dem Betrachter. Mitte Mai sollen die Rohbauarbeiten fertig sein, ein Jahr später möchte die Kurstadt Eröffnung feiern – und noch erfüllen die Bevenser den Zeitrahmen. „Auch wegen des milden Winters“, gibt Bauamtsleiter Roland Klewwe auf Nachfrage zu. „Es wurde sehr optimistisch geplant. “.

Abbruch, Gründung und Rohbau hätten bisher reibungslos geklappt. Spannend könne es allerdings nochmal beim Ausbau werden. „Weil dann mehrere Gewerke parallel arbeiten, kann es dann durchaus noch zu Verzögerungen kommen“, sagt Klewwe. Hinsichtlich der Finanzen – die derzeit mit rund 110 000 Euro über dem Budget – noch im Rahmen liegen, könne er Mitte April konkretere Aussagen treffen. Nur so viel heute schon: „Es ist noch nicht zu erkennen, dass uns die Kosten weglaufen“, sagt der Bauamtschef, ohne jedoch den Hinweis zu versäumen: „Mit der Fassade und den Außenanlagen – allein die sind mit etwa 400 000 Euro veranschlagt – stehen noch nennenswerte Beträge aus.“

In den kommenden Tagen sollen zunächst die Deckenkonstruktionen weiter ausgebaut werden. Am Ende werden die Räume eine Deckenhöhe von acht Metern erreichen – das alte Kurhaus kam etwa auf vier. Metallgerüste markieren die Gesamthöhe, die die Handwerker an der Dahlenburger Straße noch erreichen wollen. Ein Netz aus Stützpfeilern verleiht den Raumkonstruktionen, die noch nicht alle mit Beton ausgegossen sind, Stabilität. „Es wurden hauptsächlich Fertigelemente aus Beton verwendet – der Zeit wegen. Die gemauerten Bereiche sind aus Kalksandstein“, erklärt Klewwe und deutet auf die Trennwand zwischen dem künftigen Foyer und den Toilettenräumen.

Bis in dem Rohbau Wohlfühlathmosphäre mit einem naturnahem Material- und Farbkonzept entsteht, ist es noch ein langer Weg. Handwerker manövrieren ihr geschultertes Material zwischen Rollwagen und Steinstapeln durch den großen Veranstaltungsraum in das Foyer. Dort lassen sich durch entsprechende Aussparungen zwar schon die großen Fensterfronten erahnen, die später den Blick in den Kurpark freigeben sollen. Derzeit sieht der Baustellengast jedoch an den kahlen Steinwänden vorbei noch auf wilden Heckenwuchs statt auf die großzügige Parkanlage. „Das muss natürlich alles noch umgestaltet werden“, betont Klewwe. Und noch etwas ist schon heute klar: Der vor drei Wochen verbaute Grundstein soll mit einer Plakette oder Holztafel markiert werden – um einem kürzlich erlebten Fauxpas zuvorzukommen: Denn der Grundstein des abgerissenen Veranstaltungshauses samt Kartusche mit damaliger Zeitungsausgabe und glücksbringenden Münzen ist trotz mehrfacher Suchtrupps nicht wieder aufgetaucht. Klewwe: „Damit das nicht wieder passiert und wir eine Chance haben, den Grundstein wiederzufinden, beugen wir vor.“

Von Wiebke Brütt

Kommentare