Kurstadt verliert 2013 in den ersten drei Quartalen 3,69 Prozent bei den Übernachtungen

Mehr Gäste, weniger Buchungen

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Ein Drei-Sterne-Haus, das von Mai dieses Jahres an keine Besucher mehr aufnehmen konnte: Das Parkhotel wurde durch ein Feuer zerstört.

Bad Bevensen. Die Übernachtungszahlen in der Kurstadt Bad Bevensen sind gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in den Monaten von Januar bis einschließlich September 3,69 Prozent weniger Übernachtungen gebucht.

Während 2012 noch 224 048 Nächte in Bad Bevensen verweilt wurden, blieben Gäste 2013 in dem angegeben Zeitraum nur für 215 785 Nächte – eine Entwicklung, die Uwe Winter, Geschäftsführer der Bad Bevenser Kurgesellschaft, nicht überrascht: „Wir werden es auch bis zum Jahresende nicht schaffen, die 10 000 Übernachtungen des Müttergenesungsheims aufzufangen.“ Das Mutter-Kind-Kurheim hatte Anfang dieses Jahres geschlossen. Und noch ein zweiter „Sonderfall“ begründet die negative Statistik: Das Parkhotel nahe des Kurhauses ist im Mai bei einem Brand zerstört worden (die AZ berichtete). Durchschnittlich wurden in dem Drei-Sterne-Haus im Jahr rund 7000 Übernachtungen gebucht – vor allem in der Hauptsaison, die in Bad Bevensen von Mai bis Oktober geht. „Anhand der Zahlen sieht man aber, dass wir einen Teil der Übernachtungen von dem Parkhotel sehr wohl auffangen“, betont der Kurgesellschaftschef. Denn laut Statistik hat die Kurstadt im Bereich der Drei-Sterne-Häuser zwar auch sinkende Zahlen zu verzeichnen, jedoch nicht in dem hohen Maße, wie erwartet. 2012 wurden 24 150 Übernachtungen gebucht, 2013 waren es 22 128. Das entspricht einem Minus von 8,37 Prozent in diesem Segment. Eine auffällige Zahl innerhalb der Übernachtungsstatistik: Die Betriebe, die „Therme-Plus“ anbieten – bei denen also die Übernachtung und der Besuch der Jod-Sole-Therme per Gesamtpaket gebucht werden –, haben stark zugelegt. Um 9,17 Prozent stiegen die Übernachtungen in diesem Bereich laut Kurgesellschaft.

Von 2011 auf 2012 sah die Kurstadt hinsichtlich der Übernachtungen wesentlich besser aus: Bei einem Zuwachs von 5,99 Prozent sprach man damals gar von einem „Übernachtungsboom“. Bad Bevensen rettete der Lüneburger Heide mit den hohen Übernachtungszahlen die Bilanz. Während alle anderen Städte der Region verloren hatten, legte Bad Bevensen zu.

Etwas Positives gibt es nach dem aktuellen Einbruch im Übernachtungsgeschäft aber auch für die ersten drei Quartale 2013 zu vermelden: Die Gästezahlen sind im Vergleich zum Vorjahr sogar angestiegen. Während es 2012 laut Statistik der Kurgesellschaft 44 122 Gäste nach Bad Bevensen zog, kamen dieses Jahr bereits 45 069 Menschen in die Kurstadt. „Dass wir bei den Gästen wachsen, ist beruhigend“, sagt Uwe Winter, betont jedoch zugleich, dass die Gäste, die kommen eben durchschnittlich kürzere Zeit bleiben. Während im Jahr 2012 Gäste noch durchschnittlich 5,08 Tage in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen des Tourismusstandortes im Norden des Landkreises blieben, verweilten die Besucher bis einschließlich September in diesem Jahr nur noch 4,79 Tage in Bad Bevensen – ein Trend, der bundesweit zu beobachten ist und neben den Häuserschließungen ein Faktor für die Bilanz der Übernachtungsbetriebe ist: Obwohl mehr Gäste die Kurstadt als Urlaubsziel gewählt haben, wurden weniger Übernachtungen gebucht. Winter: „Ich denke, dieser Trend wird sich sogar noch verstärken. Wir werden mehr Gäste haben, die kürzer bleiben – und darauf müssen wir reagieren.“

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