Rat diskutiert morgen über Neubau oder Sanierung / Hotelbau im Gespräch?

Kurhaus – Nun geht’s um die Zukunft

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Wohin führt der Weg? Der Stadtrat von Bad Bevensen diskutiert morgen über das Kurhaus.

Bad Bevensen. Kurhausneubau oder -sanierung – diese Frage schwebt weiter über Bad Bevensen. Nach einem verpatzten Architektenwettstreit im Frühjahr (die AZ berichtete), wird sich morgen der Stadtrat in öffentlicher Sitzung mit dieser Frage beschäftigen.

Die Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) spricht sich im Vorfeld der Ratssitzung dafür aus, eine Sanierung des maroden Kurhauses aus den 70er Jahren vorzunehmen. Die Begründung: Die Bausubstanz des Hauses sei gut, eine Sanierung die kostengünstigere Variante.

Die Gruppe aus SPD/Grüne/WBB setzt einen Schritt vorher an: Bevor eine Entscheidung hinsichtlich Neubau oder Sanierung getroffen wird, müssten neue Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Politiker schlagen per Antrag vor, dass die Stadt Bad Bevensen das Kurhaus – den Veranstaltungsteil und die Gastronomie – von der Kurgesellschaft übernimmt und verpachtet. „Es wird davon ausgegangen, dass die Zusagen der kostenneutralen Übergabe und des Zuschusses von 1 Million Euro eingehalten werden. Eine Übernahme ist dann denkbar ab dem 1. Januar 2014, frühestens zu dem Fertigstellungstermin des Neubaues beziehungsweise der Sanierung“, heißt es in dem Antrag der Gruppe. Bisher wird das Kurhaus von der Kurgesellschaft getragen – und nicht kostendeckend geführt. „Der Mehrheitsgesellschafter Landkreis will sich aus dem Kurbetrieb zurückziehen. Die Stadt Bad Bevensen ist bereit, auf diese Bitte einzugehen, wenn die Überlebensbedingung den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Rechnung tragen“, erläutern SPD, Grüne und WBB den Hintergrund ihres Antrags. Unterdessen hat Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer eine vorsichtig positive Nachricht zu vermelden: Die N-Bank hat im Vorgespräch signalisiert, dass auch eine Förderung eines Neubaus mit Privaten Partnern (PPP-Projekt) möglich wäre. „Eines muss aber bedacht werden, auch ein mit Fördergeldern bezuschusster Neubau muss in den Entschuldungsvertrag passen“, erklärt Kammer. Unter dem Strich muss die Stadt also durch das neue Kurhaus Geld einsparen.

Während Politik und Verwaltung über Modelle diskutieren, wie das Kurhaus zukunftsfähig aufgestellt werden könnte, treibt Bad Bevensens Einwohner noch eine andere Frage um: Nach AZ-Informationen ist ein privater Partner für einen Kurhaus-Neubau im Gespräch, der zugleich ein Kurhotel realisieren möchte. Seite 6

Von Wiebke Brütt

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