Bevensen: Ab Juni ist Solar-Elektro-Bahn unterwegs

Kurbahn fährt mit Sonnen-Energie

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Sind sich einig: Solarbahn-Betreiber Andreas Gensch (von links), Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer, Bürgermeister Martin Feller und BBM-Chef Uwe Winter.

Bad Bevensen. Vorbei sind die Tage von Schornsteinen und angedeutetem Schienenfuhrwerk – Bad Bevensens Kurbahn streift ihr historisches Gewand ab. Ab Juni fährt statt dem benzinbetriebenen „Thermelinchen“ eine hoch moderne Solar-Elektro-Bahn durch die Kurstadt.

Für rund 110 000 Euro wird der Lüneburger Andreas Gensch Gäste und Einwohner Bad Bevensens ganzjährig auf zwei Linien durch die Stadt fahren – darüber sind sich gestern der Lüneburger und die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) einig geworden. Taktung und Route der bisherigen Kurbahn, die noch bis Ende Mai in Betrieb sein wird, werden laut BBM-Geschäftsführer Uwe Winter nur gering angepasst.

Gensch hatte bislang Gäste mit Kutschen durch die Salzstadt gefahren. Für die Idee, die 18 Meter lange Solarbahn durch Lüneburgs Straßen zu schicken, hatte er 2013 von den Einwohnern der Stadt Kritik einstecken müssen. Die BBM sowie Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller und Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer hingegen sind begeistert: Die Solarbahn, für die Gensch 300 000 Euro investiert, verbinde Umweltfreundlichkeit und den nachhaltigen, an Entschleunigung orientierten Gesundheitstourismus der Kurstadt. Nur die Optik sei gewöhnungsbedürftig: Denn die zwei quaderförmigen Anhänger ähneln mit ihren großen Glasfronten „Thermelinchen“ nicht im Geringsten. „Es gibt da aber traumhafte Gestaltungsmöglichkeiten mit Folien, die von innen durchsichtig sind, von außen aber einen Sichtschutz bieten“, betont Winter.

Insgesamt 60 Sitzplätze hält Thermelinchens Nachfolger bereit. Rollstuhlfahrer kommen per Rampe in das barrierefreie Fortbewegungsmittel. Platz ist für bis zu vier Rollatoren oder Rollstühle. Die Fahrer sind besonders geschult für den „verständnisvollen Umgang mit kranken und behinderten Menschen“, erklärt die BBM.

Die Batterien der ausschließlich elektrisch angetriebenen Wegebahn werden bei Sonnenschein durch die Solarpaneele auf dem Dach fast vollständig aufgeladen. Mit geladenen Batterien schafft es das Fahrzeug rund 120 Kilometer weit – weit genug für die täglichen Fahrten mit maximal Tempo 25 durch die Kurstadt. „Scheint die Sonne einmal nicht, kommt die Bahn eben an die Steckdose“, erklärt Gensch.

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