Hitzige Debatten über schwierige Zukunft / Neues Abo-System mit der BBM könnte Lösung sein

Krisenstimmung im Kulturverein

+
Finstere Mienen bei der Versammlung des Bevenser Kulturvereins: BBM-Veranstaltungsleiter Gerhard Kreutz (links) und Vereinskassenführer Christoph Leps.

Bad Bevensen. Wie sieht die Zukunft des Bevenser Kulturvereins aus? Diese Frage sorgte in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für brodelnde Stimmung, hitzige Gemüter, Unbehagen und eine mehrfach um Sachlichkeit bemühte Debatte.

„Wir müssen überlegen, wie es weitergehen kann, welche Schritte in kritischer Zeit erforderlich sind, um zukunftsfähig zu bleiben“, appellierte der 1. Vorsitzende Hans-Peter Hellmanzik. „Die Finanz- und Wirtschaftssituation ist schwierig geworden, auch die Mitgliederzahl hat sich verringert.“ Kassenführer Christoph Leps listete auf, aus welchen Bereichen künftig keine Zuschüsse mehr fließen werden.

Will der Verein weiter selbstständig bleiben, müsste er wohl angesichts der spärlichen Mittel das Angebot zurückfahren. Als Spielort kommt nur die Aula an der Lindenstraße infrage. Nämlich wegen einer erwarteten Saalmiete von mehr als 1000 Euro pro Veranstaltung im neuen Kurhaus, wie Hellmanzik erläuterte.

Eine mögliche Lösung der Probleme könnte sich gemeinsam mit der Bad Bevensen Marketing (BBM) abzeichnen, wie BBM-Veranstaltungsleiter Gerhard Kreutz erläuterte. Er ist auch Vorstandsmitglied im Kulturverein. Nach diesem Konzept soll es Abo-Angebote für Kulturveranstaltungen der verschiedensten Art geben. Denn gerne möchte man auch jüngere Leute gewinnen. „Das Angebot wählt der Kulturverein aus und besorgt sich die Karten, die er für die Abonnenten braucht. Die BBM macht die Verträge, trägt somit auch das Risiko.“

„Das ist im Vorstand nicht besprochen“, erregte sich Kulturvereinsvorstandsmitglied Johanna Trumann. Vorstandsmitglied Jürgen Schliekau gab jedoch zu bedenken: „Das bietet uns die Chance, das Angebot breiter aufzustellen.“ Solle der Steuerzahler zweimal zahlen, einmal für den Bau des Kurhauses und für die Nutzung? „Unsere Mitglieder würden von der Möglichkeit profitieren“, so Schliekau. Es folgte ein Schlagabtausch unter den irritierten Blicken der zahlreichen Mitglieder.

Johanna Trumann meinte schließlich: „Wir sollten nicht zu rezeptiv, sondern auch aktiv etwas anbieten.“ Zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern möchte sie eine „Initiative Laienspiel“ im Kulturverein gründen. „Kultur als eine friedliche Form der Auseinandersetzung“, begründete sie, „mit Schwerpunkt für Kinder und Jugendliche, die so Sprachkompetenz, Spracherwerb und soziales Handeln erwerben – gerade auch im Zeichen der Inklusion.“ Der Haken: Es bräuchte 5000 Euro an Unterstützung. Die Meinungsbildung dazu entwickelte sich eher emotional als sachlich, bis der Vorsitzende die Initiatorin dazu aufforderte, alles genau durchzurechnen. „Aber macht euch keine Hoffnung auf wesentlich erweiterte Zuschüsse.“

Der Vorstand will nun das von Gerhard Kreutz vorgeschlagene Abo-System für alle Mitglieder transparent darstellen.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

Kommentare