„Kreativer sein als andere“

Unternehmer und Fußball-Boss Martin Kind beim Handwerk in Bad Bevensen

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Martin Kind (l.) und Kreishandwerksmeister Horst Saevecke gestern bei der Dreikönigstagung im Kurhaus.

Bad Bevensen. Der Wettbewerb ist längst global, die Konkurrenz hart. „Wir müssen die Aus- und Weiterbildung deutlich forcieren, um unsere Qualität halten und im internationalen Wettbewerb bestehen zu können“, forderte Martin Kind gestern Nachmittag im Bad Bevenser Kurhaus.

Mit dem Gründer der Kind Unternehmensgruppe und Präsidenten von Hannover 96 hatte sich die Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide einen echten Hochkaräter als Festredner zu ihrer 98. Dreikönigstagung eingeladen. Der Hörgerätehersteller Kind ist in 14 Ländern von Singapur bis Russland, von Armenien bis in die Ukraine vertreten und hat weltweit rund 3300 Mitarbeiter.

Und Martin Kind, 72 Jahre alt, machte den Zuhörern anschaulich klar, wie ein Betrieb – egal welcher Größenordnung – sich heute aufstellen müsse: „Wo es nur geht, müssen wir innovativer und kreativer sein als andere Nationen.“ Zwar sei das Jahr 2016 sowohl für die deutsche Volkswirtschaft als auch für die mittelständischen Betriebe ein sehr erfolgreiches gewesen, doch es gebe Entwicklungen, die bedenklich stimmten: Der Brexit, das Ergebnis der Präsidentenwahl in den USA, aber auch der Trend zu mehr nationalstaatlicher Wirtschaftspolitik in Europa seien da Beispiele.

Umso wichtiger sei es, dass man gerade in einer Flächenregion den Anschluss an schnelles Internet konsequent weiterbetreibe. Für diesen hatte Landrat Dr. Heiko Blume in seinem Grußwort eindringlich geworben. „Ich kann nur empfehlen, diesen Weg mitzugehen, denn die Fläche steht auch in Konkurrenz zu Metropolen, die schon entsprechend angeschlossen sind“, betonte der Referent.

Mit einem millionenschweren Familienbetrieb hat man eigentlich schon genug um die Ohren, doch Martin Kind führt seit 1997 auch noch den Fußballclub Hannover 96. Auch Fußball sei letztlich ein Produkt, und müsse wettbewerbsfähig sein, so Kind. Und dann hat der Gast aus der Landeshauptstadt noch einen Ratschlag für die Politik im Wahljahr 2017: „In dieser Zeit Wahlgeschenke zu verteilen, damit man gewählt wird, ist zu kurz gesprungen.“

Von Thomas Mitzlaff

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