Neues Konzept und 20-Jahr-Feier

Jelmstorfs Kindergarten: Kleine Kita leistet große Inklusion

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Frühstückszeit mit Erzieherin Eva Friess: Im Kindergarten Jelmstorf wird auf Ruhe, Zeit und klare Strukturen gesetzt. Fotos: Bräutigam

Jelmstorf. „Es ist normal, verschieden zu sein!“ Unter diesem Motto hat sich der Kindergarten Jelmstorf seit zwei Jahren der Inklusion verschrieben.

Frühstückszeit mit Erzieherin Eva Friess: Im Kindergarten Jelmstorf wird auf Ruhe, Zeit und klare Strukturen gesetzt. Fotos: Bräutigam

Und während andere Ein-Gruppen-Einrichtungen zumeist Einzelintegrationen anbieten, drehen die Jelmstorfer das große Inklusionsrad: Von den insgesamt 18 Plätzen werden vier als Integrationsplätze zur Verfügung gestellt. „Damit dürften wir im Landkreis Uelzen die Einzigen dieser Größenordnung sein, die das anbieten“, sagt Leiterin Monika Stolle. Seit 20 Jahren besteht der von der Gemeinde betriebene Kindergarten nun schon in Jelmstorf. Und der runde Geburtstag soll morgen, Sonnabend, von 14 bis 17 Uhr mit Spielen, Musik, Tombola und Theater, Essen und Trinken gefeiert werden. Gestern waren Erzieherinnen, Praktikanten und Eltern schon eifrig mit den Festvorbereitungen befasst.

Monika Stolle indes erinnert sich daran, als sie 2013 die Leitung der Einrichtung übernommen hat. „Damals wurden hier acht Kinder betreut“, sagt sie, „heute sind wir fast voll belegt, nur ein Platz ist frei.“ Vor allem die neu geschlossene Kooperation zwischen den Gemeinden (AZ berichtete) habe den Jelmstorfer Kindergarten profitieren lassen. Die Mädchen und Jungen kommen nun nicht nur aus Jelmstorf und Bruchtorf, sondern auch aus Jastorf, viele aus Bad Bevensen, aber auch aus Bienenbüttel oder Groß Thondorf hierher. „Wir sind sehr froh darüber“, sagt Monika Stolle.

Der kleine Liam freut sich, während Mama fürs Jubiläumsfest Kürbisse schnippelt.

Die Kindergartengruppe in Jelmstorf wird vormittags betreut, geöffnet ist das Haus an der Bruchtorfer Straße 8 von 7 bis 14 Uhr. „Wir bieten die Integrationsgruppe am Vormittag an, so können die Kinder am Nachmittag aktiv an Aktivitäten im sozialen Umfeld teilnehmen“, erklärt die Leiterin. Denn das Miteinander im Ort, mit Sportverein, Feuerwehr oder Schützenverein, wird groß geschrieben. „Familien sind heute oft auf sich allein gestellt“, berichtet Monika Stolle von den Veränderungen, die sich im Laufe der Jahre in der Kindergartenarbeit gezeigt haben. Netzwerke mit Großeltern beispielsweise gebe es häufig nicht mehr. Dem Kindergarten komme hier also eine wichtige Rolle zu. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sibylle Weber und Eva Friess gibt Monika Stolle den Kindern Sicherheit und Geborgenheit durch Kontinuität, Struktur und Zeit.

Auch den vielfachen Reizeinflüssen auf die Kleinen werde begegnet – vor allem mit Ruhe, die schon in der Früh mit einem Morgenkreis beginnt. Doch das freie Spiel, das Vermitteln von sozialen und sprachlichen Kompetenzen, von Selbstständigkeit und Rücksichtnahme stehen ebenso im Mittelpunkt – und all das immer im Zeichen der Inklusion.

Von Ines Bräutigam

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