Naturschutz: Landkreis Uelzen sperrt Schafherde von der Fläche bei Klein Bünstorf aus

Keine Schnucken in der Heide

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Die Klein Bünstorfer Heide ist in ein rosa Blütenmeer getaucht. Doch Heidschnucken und einen Schäfer wird man in diesem Jahr nicht zu Gesicht bekommen. Der Landkreis Uelzen hat die Beweidung als untere Naturschutzbehörde untersagt.

Bad Bevensen. Ausflügler erwartet jetzt eine idyllische, in Rosa getauchte Landschaft in der Klein Bünstorfer Heide. Die Heideblüte hat früher als sonst begonnen. Doch das typische Bild der Lüneburger Heide, den Schäfer mit Heidschnucken und Hütehund wird man dieses Jahr dort vergeblich suchen.

Der Grund: Der Landkreis Uelzen als untere Naturschutzbehörde hat die Beweidung mit Heidschnucken untersagt, informiert Jürgen Strampe, Vorsitzender des Fördervereins Bad Bevenser Heide.

„Wir stehen momentan mit denen etwas auf Kriegsfuß“ sagt Strampe. Er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen. Bisher ist jedes Jahr ein Schäfer mit seinen Schnucken über die Heidefläche gezogen. Das habe verhindert, dass Kiefern, Birken und Gräser die Heidefläche überwuchern können. Jetzt habe der Kreis aber entschieden, dass die Fläche für eine jährliche Beweidung zu klein sei. Außerdem seien schützenswerte Schmetterlinge und Engerlinge durch die Schnucken in Gefahr.

„Ich würde bestreiten, dass das der Fall ist“, sagt Strampe. Vielmehr profitiere die Heide von der jährlichen Beweidung – und damit auch die dort lebende Tierwelt, die auf diese Landschaft angewiesen sei. Die Fläche sei auch für den Tourismus der Kurstadt wichtig und diene als Naherholungsgebiet. Deshalb sei ein guter Zustand der Fläche sehr wichtig. Zwar wünsche er sich den einen oder anderen Wacholder auf der Fläche, aber der werde leider immer wieder vom Wild aus dem benachbarten Wald verbissen. Der Kreis reagierte gestern nicht auf eine Anfrage der AZ.

Dass die Heideblüte in diesem Jahr schon so früh begonnen hat, liegt laut Strampe an dem sehr feuchten Frühjahr. „Dadurch trägt die Heide sehr viele Blüten“, sagt er. Hinzu kommt noch das feuchtwarme Wetter der vergangenen Monate. Deshalb blüht die Pflanze früher als sonst. Strampe rechnet damit, dass die Heide für die nächsten vier bis fünf Wochen in voller Blüte steht. Es könnte aber auch sein, dass einzelne Pflanzen später blühen, weil sie sehr viele Blüten ausgebildet haben und mehr Kraft investieren müssen.

„Touristisch verlagert es sich auch etwas, weil viele gerne die Heide in voller Blüte sehen wollen“, sagt Strampe. Aber vor allem hätten diejenigen Glück, die ihren Urlaub etwas vor der eigentlichen Blüte geplant haben. Strampe sagt: „Die profitieren davon, dass die Natur eben ihren eigenen Kopf hat.“

Von Lars Lohmann

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