Autobahn 39: Befürworter und Gegner aus Bad Bevensen gründen Arbeitskreis

Keine Klage ohne Einwand

Bad Bevensen. Die Kurstadt geht bei der Vorbereitung auf den möglichen Bau der A 39 neue Wege. Im April hat der Stadtrat auf CDU-Antrag die Gründung eines Begleit-Arbeitskreises beschlossen, nun hat sich die im Vorfeld umstrittene Runde gegründet.

Ein Ziel der Autobahngegner und -befürworter, die in dem Gremium zusammenarbeiten sollen: Die Vorbereitung der Einwendungen, die früher oder später bei der Landesstraßenbaubehörde eingereicht werden müssen – und zwar von Befürwortern und Gegnern. „Auch wer Befürworter ist, muss sich klar darüber sein: Wenn er keine Einwendung schreibt, kann später nicht klagen – auch wenn er durch die Autobahn Lärm im Garten hat oder anders betroffen ist“, betont Markus Tipp, der für die Jägerschaft im Arbeitskreis mitarbeitet.

Elf Sitze der 15 vorgesehenen wurden bei der kostituierenden Sitzung des Arbeitskreises vergeben. Vorgesehen sind laut Ratsbeschluss Vertreter aller Fraktionen und Gruppen des Bevenser Rates, des Bauernvereins Bevensen, der betroffenen Stadtteile Gollern, Groß Hesebeck und Röbbel, der Jägerschaft, des NABU, des BUND, der Initiativen Pro A 39 und Keine A 39. Außerdem können Anlieger der Dahlenburger, Röbbeler und Römstedter Straße mitarbeiten, durch die im Fall des Autobahnbaus der ablaufende Verkehr fließen würde.

„Falls wir aufgrund unseres Status nicht alle nötigen Informationen bekommen, sollten wir überlegen, ob wir einen Begleit-Ausschuss bilden“, kündigt Eckhard Warnecke an, der die CDU im Arbeitskreis vertritt und dessen Vorsitz übernommen hat.

Fest steht indes: rechtliche Kompetenzen, die beispielsweise eine Einflussnahme auf den Autobahnbau einräumen würden, hat der grundsätzlich öffentlich tagende Arbeitskreis nicht. Er dient dem Sammeln und Austauschen von Informationen sowie der Prüfung von Möglichkeiten, wie Folgen der Autobahn abgefedert werden können – so hat es der Stadtrat beschlossen.

Bevensen hat 2014 die Position zur A 39 geändert – eine Wendung, an der die bisherige Mehrheitsgruppe zerbrochen war. Mit knapper Mehrheit entschied der Rat nach CDU-Antrag: Die Kurstadt spricht sich generell für die A 39 aus. Rechtliche Schritte zur Verhinderung der Trasse, die Bevensens Ortsteile Groß Hesebeck und Röbbel zerschneiden würde, sind nicht mehr vorgesehen – diese wären durch die bis dato geltende Resolution von 2011 gedeckt gewesen.

Von Wiebke Brütt

Rubriklistenbild: © dpa

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