Minenjagdboot „Bad Bevensen“ zu NATO-Einsatz / Diskussion über Patenschaft

Kein Zulauf beim Auslauf

Die „Bad Bevensen“ ist zurzeit im Mittelmeer-Einsatz unterwegs, während in ihrer Patenstadt einmal mehr öffentlich über die Sinnhaftigkeit einer Patenschaft diskutiert wurde. Foto: Privat

Bad Bevensen. Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Sönke Jeß ist das Minenjagdboot „Bad Bevensen“ zum NATO-Einsatz ins Mittelmeer ausgelaufen.

Jeß und seine 39-köpfige Besatzung wird dort in den kommenden Monaten an diversen Manövern und Übungen teilnehmen, während in der vergangenen Sitzung des Bad Bevenser Stadtrates über die Patenschaft der Kurstadt zu dem Schiff debattiert wurde. Einmal mehr.

So wollte die parteilose Ratsfrau Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka wissen, warum die Patenschaft zur Besatzung der „Bad Bevensen“ nicht auch gelebt werde. Sie monierte, dass eine Einladung von Kapitänlautnant Jeß an die Stadt, die Besatzung beim Auslaufen des Schiffs im Marinestützpunkt Kiel zu verabschieden, sei viel zu wenig publik gemacht worden. Weswegen sich am Ende auch nur wenige auf den Weg an die Förde gemacht hatten.

Das Problem sei, so stellte Bürgermeister Bruno Losiak fest, dass vom Rat kaum jemand bereit sei, sich aktiv an der Patenschaft zu beteiligen. Allein die Schützengilde und die Reservistenkameradschaft würden die Verbundenheit zur Patenboot-Besatzung noch mit Leben füllen.

Dass dies so ist, schreibt zumindest Ratsfrau Hendel-Andabaka der „mangelhaften Information der Öffentlichkeit“ zu. Und genau das hatte sie bereits vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Kulturausschusssitzung moniert (die AZ berichtete). Damals hatte ihr Ratskollege Johann-Henrich Vietor (WBB) die Sinnhaftigkeit einer Patenschaft zu einem „Kriegsschiff“ zur Diskussion und nicht zuletzt auch in Frage gestellt.

Damals betonte Hendel-Andabaka den defensiven Charakter des Minenjagdbootes. Und sie musste es auch dieses Mal wieder tun, denn Vietor ließ es sich nicht nehmen, erneut den Gedankenanstoß für eine Grundsatzdiskussion über dieses Thema zu geben und den Begriff „Kriegssschiff“ ins Spiel zu bringen. Sehr zur Entrüstung von Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, die abermals die defensive Ausrichtung des Schiffes betonte.

Der ständige NATO-Minenabwehr-Verband SNMCMG 2 (Standing NATO Mine Counter Measure Group 2) steht derzeit unter türkischer Führung. Neben der „Bad Bevensen“ besteht der Verband aus Minenabwehreinheiten aus Griechenland, Italien, Spanien und der Türkei.

Das Operationsgebiet umfasst sowohl italienische als auch türkische Gewässer. Geplant sind Hafenbesuche in Griechenland, Italien, in der Türkei sowie in Kroatien. Das Bad Bevenser Patenschiff wird unmittelbar vor Weihnachten, am 23. Dezember, wieder in ihrem Heimathafen Kiel zurückerwartet.

Von Ines Bräutigam

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