SPD-Bundestagsabgeordnete Lühmann nimmt Stellung zu Debatte über Alpha E in Bad Bevensen

Kein viertes Gleis in den Orten

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Über den Ausbau von Schienenwegen wird in Bad Bevensen derzeit heftig diskutiert.

Bad Bevensen. Zwischen Lüneburg und Uelzen – und damit auch in Bad Bevensen – soll im Rahmen des Projekts Alpha E ein drittes Bahngleis gebaut werden. So steht es im aktuellen Bundesverkehrswegeplan, der Anfang des Monats vom Bund verabschiedet wurde. Punkt.

Doch seit geraumer Zeit machen auch Spekulationen über ein viertes Gleis die Runde. Zuletzt hatte die Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) in der jüngsten Stadtratssitzung vor selbigem gewarnt (AZ berichtete). Allerdings stellt die hiesige Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Kirsten Lühmann, gestern im AZ-Gespräch klar: „Ein viertes Gleis in den Ortschaften ist definitiv ausgeschlossen.“

Die BfB hatte vor „inakzeptablen Problemen“ für die Kurstadt gewarnt, die ein drittes oder gar ein viertes Gleis verursachen würden. Bahn-Vertreter, so die BfB-Fraktionsvorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, hätten nämlich auf einer Bürgerversammlung in Deutsch Evern schon einen viergleisigen Ausbau der Bestandsstrecke in den Raum gestellt.

Zur Klarstellung: Ein viertes Gleis hätte, anders als versehentlich berichtet, sowieso schon mal nichts mit Alpha E zu tun. Auch eine Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn (DB), die Hendel-Andabakas Kollege Roland Zander während der Ratssitzung als Beleg für eine mögliche Viergleisigkeit herangezogen hatte, bezieht sich nicht, wie irrtümlich in der AZ berichtet, auf Alpha E. Richtig ist: Die Studie wurde im Jahr 2012 für die verschiedenen Varianten zur ursprünglich geplanten Y-Trasse erstellt. Dass sich aus ihr allerdings eine Viergleisigkeit für den Bereich Lüneburg-Uelzen ableiten ließe, dem widerspricht Armin Skierlo, Sprecher des Großprojekts Hamburg/Bremen-Hannover bei der DB, auf AZ-Nachfrage ausdrücklich.

Eine der Varianten enthalte zwar die Viergleisigkeit, sei aber nicht auf die jetzige Planung übertragbar. „Die Varianten wurden damals so ausgelegt, dass jede für sich eine wirksame Maßnahme gewesen wäre“, erklärt Skierlo. Mit der Entscheidung für Alpha E sind die Varianten als solche also obsolet geworden. „Da wird nichts eins zu eins zu Alpha E addiert“, betont Skierlo.

Kritische Beobachter sorgen sich trotzdem. Und Ursache dafür ist eine Passage im Bundesverkehrswegeplan. Dort ist nämlich nicht nur das dritte Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen festgeschrieben, sondern zusätzlich ein Ausbau der Bestandsstrecke Ashausen (Lüneburg)-Uelzen-Celle, um eine Höchstgeschwindigkeit der Züge von bis zu 250 km/h zu gewährleisten. „Das bedeutet aber kein viertes Gleis“, betont Kirsten Lühmann. „Wenn etwas viergleisig sein sollte, dann würde das da auch so drin stehen.“ Es könne höchstens sein, dass auf freier Strecke, zwischen den Orten, viergleisige sogenannte Begegnungsstellen gebaut würden.

Mit dem zusätzlich aufgeführten Ausbauprojekt sei außerdem die Möglichkeit für Ortsumfahrungen geschaffen worden, erklärt Lühmann. Im Vorfeld hatte sie den Bund darauf hingewiesen, dass zumindest für Lüneburg, Deutsch Evern und auch Bad Bevensen solche Umfahrungen statt eines dritten Gleises in Erwägungen gezogen werden müssten. „Diese Umfahrungen wird es aber auch nur dann geben, wenn die Betroffenen einverstanden sind“, unterstreicht die Verkehrsexpertin. Und die Entscheidungen darüber würden an den Runden Tischen getroffen, die während der bevorstehenden Planungsphase zu dem Projekt einberufen werden.

Von Ines Bräutigam

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