Das Aus im Jubiläumsjahr

Seit 100 Jahren gibt es das villenartige Gebäude an der Ebstorfer Straße in Bad Bevensen, das der DRK-Landesverband heute als Kurhotel betreibt – zum Jahresende wird es geschlossen.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Erst im Mai dieses Jahres wurde sie mit dem Gütesiegel für gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgezeichnet, und sie begeht in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen – die „Villa im Park“ an der Ebstorfer Straße in Bad Bevensen.

Doch ihr Jubiläumsjahr wird gleichzeitig das letzte Jahr ihres Bestehens sein, zumindest als Kurhotel des Deutschen Roten Kreuzes. Denn der DRK-Landesverband als Eigentümer des Gebäudes wird das Haus zum Jahresende schließen. Die wirtschaftliche Situation des Hauses habe den Landesverband zu diesem Schritt gezwungen, erklärt die DRK-Pressesprecherin in Hannover, Kerstin Hiller, auf Nachfrage der AZ. „Wir werden versuchen, eine sozialverträgliche Lösung für alle Beteiligten zu finden“, kündigt sie an.

Für die 13 Mitarbeiter des Hauses wird zurzeit die Weiterbeschäftigung über interne Umbesetzungen und einen Sozialplan organisiert. Man wolle sie beim DRK halten, sagt Personalleiter Sebastian Voß gegenüber der AZ. Ob das gelingen wird, ist wohl noch offen – denn als Alternative wurden den Bevenser Mitarbeitern unter anderem Stellen in Hannover angeboten.

Auch die Zukunft der „Villa im Park“ steht zurzeit noch in den Sternen. Gibt es Verkaufsverhandlungen? „Dazu möchten wir uns im Moment nicht äußern“, sagt Kerstin Hiller. AZ-Informationen zufolge werden allerdings Gespräche mit dem DRK-Kreisverband in Uelzen geführt, der an einem Kauf des Gebäudes und möglicherweise auch der Übernahme von Mitarbeitern interessiert sein soll.

Doch auch in Uelzen gibt man sich noch zugeknöpft: DRK-Kreisgeschäftsführer Heinz Meierhoff möchte sich zurzeit ebenfalls nicht äußern.

Das 52 Betten zählende DRK-Kurhotel an der Ebstorfer Straße wurde 2002, als Ute Kotter die Leitung des Hauses übernahm, in „Villa im Park“ umbenannt. Seitdem wurde kräftig am Image des Hauses gefeilt. Vor etwa zwei Jahren war sogar ein Anbau in Planung gewesen, der ein zweites Standbein hätte sein können. Doch die Pläne wurden wieder verworfen, und am Ende haben alle Bemühungen für langfristige schwarze Zahlen doch nicht gereicht.

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