Alexander von Keller Szepesi verkauft an Aserbaidschaner / Investor sammelt Bevenser Immobilien

Jetzt auch das Kieferneck

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Das Bad Bevenser Kieferneck gehört jetzt dem Investor aus Aserbaidschan.

Bad Bevensen. Die ehemalige Diabetes-Klinik und jetzt auch das Hotel Kieferneck – ein Investor aus Aserbaidschan kauft im großen Stil Immobilien in der Kurstadt Bad Bevensen auf.

Insgesamt sechs Immobilien – bis auf die Diabetes-Klinik alles Übernachtungsbetriebe – soll er nach AZ-Informationen inzwischen gekauft haben. Über seine Pläne mit den Häusern kursieren unterschiedliche Varianten. Sicher ist: Das Kieferneck bleibt Hotel. Das bestätigt der bisherige Inhaber und Betriebsleiter des Vier-Sterne-Hauses Alexander von Keller Szepesi, der Ende 2014 verkauft hat, im AZ-Gespräch.

Der Betrieb im Kieferneck geht wie gewohnt weiter, erklärt von Keller Szepesi, der weiterhin die Leitung des Hotelbetriebs innehat. „Die Mitarbeiter bleiben auch die gleichen“, erklärt der Hotelier. Daraus dass von Keller Szepesi den Übernachtungsbetrieb am Lerchenweg loswerden möchte, hat er seit Jahren keinen Hehl gemacht. 2013 hatte er Verhandlungen mit der Diana-Klinik aufgenommen, die überlegte in dem 51-Zimmer-Gebäude Lagerflächen einzurichten. Der Deal platzte – eine verpasste Chance, der von Keller Szepesi heute nicht mehr hinterhertrauert. „Ich bin meine Schulden jetzt los und der Betrieb läuft weiter.“

Während das Kaufverhalten des Mannes aus Baku in der Immobilienbranche für Aufregung sorgt und Touristiker mit einem Fragezeichen hinterlässt, sehen Bürgermeister Martin Feller und Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer die Aktivitäten zwiegespalten. Beide erklären auf Nachfrage, unregelmäßig Kontakt zu dem Investor aus Aserbaidschan zu haben. „Daran liegt uns auch sehr, weil der Investor mehrere Häuser erworben hat. Wir glauben, dass es im beiderseitigen Interesse liegt, wenn er bei seinen Investitionen unsere örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt“, betont Kammer. „Wir nehmen nicht an, dass jemand, der viel Geld investiert, das Umfeld nicht berücksichtigt. Es ist ja sicher kein Zufall, dass die Investition hier und nicht irgendwo anders geschieht.“

Wenn der Investor – und auf diesem Kenntnisstand sind Kammer und Feller – die zum Teil zur Zeit geschlossenen Hotels wiedereröffnen und laufende Übernachtungsbetrieben fortführen will, sei das eine positive Entwicklung für Bad Bevensen. „Das könnte unsere Hotelerie gut ergänzen. Wir haben ja das Problem des Generationenwechsels: Viele Hotelinhaber finden keine Nachfolger. Wenn dann ein Investor kommt ist das gut. Wobei man natürlich auch die Probleme sehen muss: Wenn ein Investor mehrere Häuser kauft und dann scheitert, haben wir Leerstand“, ordnet Feller ein. Der Einfluss der Stadt auf die Immobiliengeschäfte und deren Auswirkungen auf Stadtbild und touristische Ausrichtung seien eingeschränkt aber vorhanden: Die Bauleitplanung bestimme die Nutzung der Gebäude. Kammer: „Der Investor muss, wenn er die Nutzung der Häuser nach Art und Umfang ändern will, eine entsprechende Baugenehmigung beantragen.“

Von Wiebke Brütt

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