Aber: Klassische Bauhof-Arbeiten sind tabu

Integration durch Gärtnern: Flüchtlinge bepflanzen Heidebeete

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Die Heidebeete in der Kurstadt sind neu bepflanzt worden – auch dank der tatkräftigen Unterstützung von Flüchtlingen.

ib Bad Bevensen. Der gemeinnützige Förderverein Bad Bevenser Heide e. V. hat mit Unterstützung des Hotels Ascona und des Hotels Landhaus Strampenhof die Heidebeete in der Amtsheide, der Klein Bünstorfer Straße, den Kurzen Bülten und am Gollerner Weg aufgefrischt.

Tatkräftig zugepackt haben dabei auch drei Flüchtlinge, die zurzeit in Bad Bevensen leben.

„Wir haben bereitwillige Unterstützung durch die Flüchtlinge erfahren und alle waren hinterher sichtlich stolz, die Heidebeete im neuen Glanz zu sehen“, zieht der Vorsitzende des Bevenser Heidevereins, Jürgen Strampe, Bilanz. Insgesamt wurden unter Leitung von Gartenfachmann Christoph Perau gemeinsam mit weiteren Helfern insgesamt 600 Heidepflanzen neu gesetzt.

Bürgermeister Martin Feller habe den Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt, sagt Jürgen Strampe, der von der gelungenen Aktion begeistert ist. „Gemeinnützige Tätigkeiten eignen sich gut zur Völkerverständigung und zur Integration“, sagt er.

Allerdings stellte jüngst Bauamtsleiter Roland Klewwe im Rahmen einer Bauausschusssitzung klar: Klassische Arbeiten, für die der Bauhof zuständig sei, dürften nicht von Flüchtlingen übernommen werden. Damit hatte Klewwe auf eine entsprechende Anfrage aus den Reihen der Kommunalpolitiker reagiert – denn der Pflegezustand der Grünflächen im Bad Bevenser Stadtgebiet lasse doch teils sehr zu wünschen übrig. Ob man denn nicht die Hilfe der Flüchtlinge in Anspruch nehmen könne? Und genau weil es in der Vergangenheit Beschwerden über die Grünanlagen gehagelt hatte, hat die Stadtverwaltung im aktuellen Etat-Entwurf auch wieder einen höheren Haushaltsansatz vorgesehen. Das letzte Wort wird der Stadtrat haben. Und der Bauamtsleiter gab zu bedenken: „Das ist natürlich eine Qualitätsfrage. Und im Moment ist nicht klar, welche Pflegequalität in den Grünanlagen gewollt ist.“

Von Ines Bräutigam

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