Der Barumer Jürgen Ritter dokumentiert die innerdeutsche Grenze damals und heute

„Es war immer ein wenig gruselig“

+
25 Jahre: Die Grenze damals und heute. Der Barumer Fotograf Jürgen Ritter hat akribisch die innerdeutsche Teilung dokumentiert. Anhand von genauen Karten machte er Bilder zu Zeiten des kalten Krieges und an derselben Stelle aktuelle Fotos. Eine Auswahl ist in seinem neuen Kalender zu sehen.

Barum. Die Aufnahmen stammen aus den Anfängen der 80er Jahre. Trotzdem ist dem Fotografen Jürgen Ritter noch heute präsent, wie die Bilder entstanden sind.

An Wochenenden und im Urlaub schritt der damalige Fernmeldehandwerker zu Fuß die innerdeutsche Grenze mit einer genauen Karte ab und machte ein Foto nach dem anderen.

Zu seiner Ausrüstung gehörte immer ein Funkgerät, mit dem er regelmäßig in Kontakt zu seiner Frau stand, die ihn einige Kilometer weiter mit dem Auto begleitete. „Das war zu meiner eigenen Sicherheit“, sagt Jürgen Ritter. Ganz unbegründet war diese Sicherheitsmaßnahme nicht, wie Ritter 16 Jahre später in seiner Stasi-Akte nachlesen konnte. „Angriffe gegen die Staatsgrenze“, „die Zusammenstellung einer feindlichen Fotoausstellung“ und „terroristische Angriffe“ wurden ihm in diesem Papier unterstellt.

Der heute 65-jährige Barumer hatte sich schon in jungen Jahren mit der innerdeutschen Teilung befasst und wollte die Trennung nicht einfach so hinnehmen. Für ihn war nicht zu begreifen, warum die NVA-Grenzsoldaten auf ihre eigenen Bürger schossen. „Ich habe mich allein gefühlt mit meiner Meinung, etwas machen zu müssen. So bin ich auf die Idee gekommen, die Grenze alleine zu Fuß abzuschreiten und Bilder zu machen. Es war immer ein wenig gruselig“, erinnert sich Ritter.

Von Jörn Nolting

Lesen Sie mehr dazu in der Wochenendausgabe der AZ.

Kommentare