Martin Feller ist neues Oberhaupt der Stadt Bad Bevensen

Ein „grüner“ Bürgermeister

Die Stadt Bad Bevensen hat erstmals ein „grünes“ Stadtoberhaupt: Bruno Losiak (rechts) hängt seinem Nachfolger Martin Feller die Bürgermeisterkette um. Foto: Bräutigam

Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen „grünen“ Bürgermeister: Die Mehrheit des Stadtrates wählten am Donnerstagabend Martin Feller zum neuen Stadtoberhaupt.

Feller machte als Kandidat der Ratsgruppe SPD/Grüne/WBB mit 13 Ja-Stimmen das Rennen gegen die Kandidatin der CDU-Fraktion, Susanne Lühr-Peschke. Sie konnte in der geheimen Wahl acht Stimmen auf sich vereinigen. CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schliekau hatte zuvor das Aufstellen eines Gegenkandidaten damit erklärt, dass Lühr-Peschkes Wahlergebnis eine deutliche Sprache gesprochen habe und man ihre Kandidatur im Wahlkampf auch angekündigt habe.

Der scheidende Bürgermeister Bruno Losiak legte seinem Nachfolger die Bürgermeisterkette um, und so trat Feller sichtlich aufgeregt ans Rednerpult und übernahm die weitere Leitung der Ratssitzung. Zu seiner 1. Stellvertreterin wurde – ebenfalls auf Antrag der CDU-Fraktion in geheimen Wahlen – mehrheitlich Ellen Laas (SPD) gewählt, zu 2. Stellvertreterin mehrheitlich Gabriele Meyer (WBB).

Der frisch gebackene Bürgermeister betonte, dass die bevorstehenden Jahre im Zeichen des Schuldenabbaus stehen würden. „Was mir besonders am Herzen liegt“, betonte Martin Feller, „ist, dass wir unsere Arbeit transparent gestalten und dass sich jeder einbringen kann.“ So sei es denkbar, im Bevenser Bürgerforum (das einst im Rahmen des Stadtmarketingprozesses eingerichtet worden war) den städtischen Haushalt vorzustellen. Aber auch einen Bürger-Haushalt halten Feller und seine Mitstreiter der SPD/Grüne/WBB-Ratsgruppe für erstrebenswert. „Allerdings geht es dabei nicht nur darum, die Bürger zu informieren“, gab der Bürgermeister zu bedenken, „sondern sie sollten sich auch mit Vorschlägen einbringen.“

Hans-Jürgen Kammer bestimmten die Fraktionen und Gruppen einmütig zum neuen Bad Bevenser Stadtdirektor. Und auch er erinnerte die Ratsleute an diesem Abend daran, den Zukunftsvertrag, der mit dem Land Niedersachsen geschlossen wurde, bei der künftigen Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren. Als „Geschenk“ ließ er den Vertrag nochmals allen Mitgliedern des Rates aushändigen und regte vor allem die Neulinge im Ratsrund an, sich diesen „intensiv anzuschauen und nicht allzu weit abzuheften“. Denn auf die Stadt Bad Bevensen kämen immense Aufgaben zu, die aber Politik und Verwaltung „im Schulterschluss“ bewältigen könnten.

Von Ines Bräutigam

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