Mit Gottvertrauen das Machbare tun

Birgit Hagen (links) betreut künftig Patienten des Bevenser Herz- und Gefäßzentrums und deren Angehörige sowie Mitarbeiter und Gäste. Fotos: Ph. Schulze

Bad Bevensen. „Hilf uns, Herr, unser Gott, denn wir verlassen uns auf dich.“ Mit der Tageslosung für den 1. März wurde Birgit Hagen gestern Nachmittag in einem Gottesdienst in ihr Amt als Krankenhausseelsorgerin am Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) in Bad Bevensen eingeführt. Und die Tageslosung, so betonte die stellvertretende Pröpstin Heike Burkert vor rund 60 Gottesdienstbesuchern im HGZ, gelte nicht allein für Birgit Hagen, sondern für alle Patienten, Angehörigen und Mitarbeiter der Klinik.

Mit der neuen Klinikseelsorgerin habe man „eine Frau mit Herz und Verstand“, so Burkert, die angewiesen ist auf die Unterstützung ihrer Kollegen, auf die Gemeinschaft. Denn nur so gelinge es, das auszuhalten, was mit ihren künftigen Aufgaben, mit Ängsten und Fragen der Patienten, aber auch derer Familien und den Klinik-Mitarbeitern auf sie zukomme.

Mitte Oktober vergangenen Jahres hatte sich Birgit Hagen auf zwei Klinikseelsorger-Stellen im Landkreis Uelzen beworben. Mit diesen Bewerbungen habe sich für sie, deren Mann Jörg Hagen als neuer Propst nach Uelzen gewechselt war, „ein kleiner Streif am Horizont aufgetan“.Als sie dann kurz vor Weihnachten die Nachricht erhielt, nach sechs Jahren seelsorgerischer Tätigkeit am Klinikum in Osnabrück zum HGZ nach Bad Bevensen wechseln zu können, „da hatte das etwas Lockendes“, gestand sie im Hinblick auf die hoch spezialisierte Fachklinik.

Der Abschied von Osnabrück sei ihr durch die herzliche Aufnahme in Bad Bevensen erleichtert worden. Und auch die Erkenntnis, dass hier, am HGZ, Seelsorge wirklich gewünscht werde und ihre Vorgänger vieles vorbereitet hätten, habe ihr gut getan. Nun gelte es, das neue Umfeld und seine Bedürfnisse erst einmal kennenzulernen und auch Geduld zu üben und abzuwarten. Obwohl es, wie wohl bei jedem, eine innere Stimme gibt, die nach großen Projekten und Taten verlangt, aus eigenem Anspruch heraus. „Diese Stimme birgt aber auch die Gefahr für Perfektionismus und Aktionismus“, so Birgit Hagen, „und sie versperrt den Blick fürs Weite.“

Aber genau diesen Blick fürs Weite, „den Blick auf Gottes Reich“, will sich die Seelsorgerin bewahren. Denn trotz aller Fähigkeiten der Menschen, trotz allem Bestreben und dem eigenen Anspruch, immer das Beste zu geben, gibt es einfach Dinge, die nicht in der Menschen Macht liegen. Birgit Hagen verglich dies mit dem Menschen, der zwar eine gute Saat auswählen und den Boden herrichten kann. „Letztlich liegt aber das Wachsen und Gedeihen nicht in unserer Hand.“

Für sie sei es tröstlich und entlastend, zu wissen, dass nicht alles menschliche Tun und Wollen machbar ist. „Oft ist es schwer, gelassen zu bleiben, weil so vieles zu tun ist und weil wir so vieles machen können“, schloss sie, „aber warten wir es doch ab und tun wir getrost das, was jetzt dran ist.“

Von Ines Bräutigam

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