Goldener Boden als Basis

Kreishandwerksmeister Horst Saevecke und die stellvertretende Lehrlingswartin Claudia Pfeifer schließen die Handwerkerlade.

Bad Bevensen/Landkreis - Von Angelika Jansen. Mit dem Öffnen der Handwer-kerlade, dem Entzünden der Kerzen links und rechts der Lade wurde es richtig feierlich. Und das ist richtig so, weil das Öffnen der Lade traditionell die offizielle Veranstaltung im Handwerk einleitet, die erst dann zu Ende ist, wenn die Lade wieder schließt, erklärte die stellvertretende Lehrlingswartin Claudia Pfeifer, bekannt dafür im Interesse des Handwerks den Gegebenheiten gerne auf den Grund zu gehen. So begann die Freisprechung der Gesellen der Handwerkerinnung im Kurhaus von Bad Bevensen.

Früher bewahrten die Innungen alles Wichtige wie Urkunden, Innungssiegel und andere Gegenstände in der Lade auf, aber auch Goldstücke, die für in Not geratene Handwerker bereit gehalten wurden. „Die lagen unten am Boden der Lade“, erläutert Claudia Pfeifer, den Spruch: „Handwerk hat goldenen Boden“. Am Sonnabend lagen dort die Abschlusszeugnisse der Jung-Gesellen. Pfeifer gratulierte den Gesellen zu ihrem Abschluss und der Entscheidung, ihre berufliche Laufbahn mit einem Handwerk zu beginnen. „Nutzen Sie ihre Chancen im Handwerk“, ermunterte sie die 97 jungen Absolventen, „wenn Sie als Handwerker die Wirtschaftsmacht von nebenan bleiben wollen.“

„Was sie jetzt haben“, ermunterte Landrat Theodor Elster die jungen Handwerker sich stetig weiter zu bilden und sich auch mal in der Welt umzusehen, „kann Ihnen keiner mehr nehmen.“ „Aber wieder kommen“, mahnte Martin Feller, stellvertretender Bevenser Bürgermeister mit Hinweis auf den Fachkräftemangel, der für das Handwerk zwar schmerzlich, aber für die jungen Fachleute eine wirkliche Chance sei, die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Dabei sollten auch die politischen Handlungsspielräume eines jeden mündigen Bürgers nicht aus dem Auge verloren werden.

Rund 100 junge Menschen, die künftig in einem Handwerk als Bäcker, Fleischer, Elektroniker, Friseur, Maurer, Tischler, Maler, Zimmerer und Metallbauer, Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik oder Mechatroniker ihre und die Zukunft des Betriebes, in dem sie arbeiten, mitgestalten werden, holten sich ihr Zeugnis ab und wurden vom Kreishandwerksmeister Horst Saevecke nach alter Sitte und Tradition „freigesprochen“.

Knapp ein Viertel der Absolventen hat seine Ausbildung sogar mit Auszeichnung bestanden, was auch den Ausbildern in Betrieb und Schule eine gute Arbeit bescheinigt. Die mit Auszeichnung besonders Geehrten erhielten eine Urkunde aus der Hand des Kreishandwerksmeisters.

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