Kurgesellschaft plant Gründung einer Service GmbH

Gastronomie soll in die Therme locken

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Erst eine kräftige Nackendusche, dann eine kleine Stärkung im Bistro – so sollen künftig Gäste länger in der Jod-Sole-Therme bleiben. Eine neu zu gründende Service-Gesellschaft soll den Gastronomiebetrieb übernehmen und dort ein attraktives Angebot schaffen.

Bad Bevensen. Jedes Jahr ein Verlust von mehr als anderthalb Millionen Euro, schwindende Besucherzahlen und stets der Druck, mit möglichst attraktiven Angeboten gegen Mitbewerber auf dem Markt zu bestehen.

Die Kurgesellschaft steht als Betreiberin der Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen vor großen Aufgaben. Einen ersten Schritt zur Neuausrichtung will sie nun bei der Gastronomie gehen: Eine Tochtergesellschaft der Kur GmbH soll künftig die Cafés/Bistros in der Therme sowie im Foyer davor betreiben. Zurzeit führt ein Bevenser Hotelbetrieb beide Geschäfte.

Der Aufsichtsrat der Kurgesellschaft und der Kreisausschuss des Landkreises haben die Neugründung einer Servicegesellschaft bereits befürwortet. Am Dienstagabend hat nun auch der Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt Bad Bevensen grünes Licht gegeben: 21 000 Euro wolle die Stadt Bad Bevensen der neuen Gesellschaft zur Verfügung stellen, erklärt Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer. Das sind 42 Prozent des Stammkapitals von insgesamt 50 000 Euro. Die restlichen 29 000 Euro würde der Landkreis Uelzen übernehmen. Das Verhältnis entspricht der Beteiligung an der Kur GmbH: Dort hält die Stadt Bad Bevensen auch 42 Prozent der Anteile, der Landkreis ist mit 58 Prozent Mehrheitsgesellschafter.

Die Kur GmbH folgt mit der Gründung einer Servicegesellschaft einer Empfehlung von Claus-Arwed Lauprecht.

Sechs Monate lang hatte der Wellness-Sachverständige aus Offenbach, wie berichtet, Anfang dieses Jahres die Jod-Sole-Therme auf Herz und Nieren geprüft und der Kur GmbH Empfehlungen für eine Neuausrichtung gegeben. Darunter auch das Führen der Thermen-Gastronomie in Eigenregie, weil die dort gebotene Qualität zu wünschen übrig lasse und negativ auf die Therme abfärbe. Die neue Servicegesellschaft soll nun also das Gastronomieangebot verbessern. Gleichzeitig solle sie dafür sorgen, dass sich Besucher wohler in der Therme fühlen – und länger dort verweilen, erläutert Sabine Neumann-Heinen, Interimsgeschäftsführerin der Kur GmbH, auf AZ-Nachfrage. Das würde wiederum zusätzliche Einnahmen für die Kurgesellschaft bedeuten. Zu weiteren Details hält sich Neumann-Heinen allerdings noch bedeckt und verweist auf noch laufende Verhandlungen. Nach AZ-Informationen soll durch die Gründung der Servicegesellschaft unter anderem auch erreicht werden, dass für die Kur GmbH kein finanzielles Risiko entsteht. Außerdem wäre eine neue Gesellschaft bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht an den Tarif des öffentlichen Dienstes gebunden und würde damit die Personalkosten reduzieren.

Von Ines Bräutigam

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