Therme-Plus zieht Besucher in die Kurstadt / Inklusivangebote und Kurztripps sind Trend

Gäste-Boom in Bad Bevensen

Entspannung pur: Die neu gestaltete Jod-Sole-Therme ist ein Besuchermagnet. Archivfoto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Kurstadt Bad Bevensen startet mit einem deutlichen Plus bei Gäste- und Übernachtungszahlen in die Saison 2012. Im ersten Quartal des Jahres besuchten im Vergleich zum Vorjahr 17 Prozent mehr Gäste – also 10 249 Männer und Frauen – Bad Bevensen.

Die Zahl der Übernachtungen steigerte sich im Vergleich zu 2011 ebenfalls. 41 128 Übernachtungen (13,6 Prozent) wurden laut Statistik der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) von Januar bis März in der Stadt gezählt – so viele wie in den letzten zehn Jahren noch nie. „Und das Ostergeschäft, dass im vergangenen Jahr in den Zeitraum des ersten Quartals fiel, ist in den Zahlen von diesem Jahr noch nicht einmal eingerechnet“, erklärt BBM-Geschäftsführer Uwe Winter.

Die unerwartet guten Besucherzahlen in diesem Jahr führt der Tourismusexperte vor allem auf das Therme-Plus-Angebot zurück, das vor knapp drei Jahren in Bad Bevensen eingeführt wurde und inzwischen von immer mehr privaten Vermietern ins Programm aufgenommen wurde. Mieter von Ferienwohnungen, Pensionen oder Hotels bekommen zusätzlich zu ihrem Zimmerschlüssel freien Eintritt in die Jod-Sole-Therme am Kurhaus. Ein Erfolgsrezept, denn auch im dritten Jahr nach der Einführung legen die Anbieter von „Therme-plus“ ununterbrochen bei Gäste- und Übernachtungszahlen zu: In der Saison 2009/2010 verbuchten Hotels, Pensionen und Privatvermieter mit Therme-Plus rund 55 Prozent mehr Gäste als in der Vorsaison. Im ersten Quartal 2012 sind es in diesem Bereich wiederum knapp 30 Prozent mehr Gäste als noch 2010/2011. „Der Trend Inklusivleistungen ist in Deutschland einfach nicht mehr wegzudenken“, sagt Uwe Winter. „Wir sollten uns in Bad Bevensen daher die Frage stellen, ob wir noch mehr Inklusivleistungen im Bereich Gesundheit anbieten wollen.“

Ein zweiter bundesweiter Trend macht auch vor der Kurstadt nicht Halt: Gäste verreisen häufiger, bleiben dafür aber kürzer am Urlaubsort. Vier bis fünf Tage verweilen Besucher in Bad Bevensen. „Viele Vermieter haben sich bereits auf diese Veränderung eingestellt und bieten ihre Unterkünfte auch für kürzere Aufenthalte an. Diese Vermieter haben ihre Auslastung teilweise verdreifacht“, sagt Winter. Wer hingegen, wie es früher üblich war , erst ab sieben Tagen vermietet, habe es schwer.

Zudem fordert der BBM-Geschäftsführer ein Umdenken der Vermieter in zweierlei Hinsicht: Auch die Letzten müssten die Scheu vorm Internet verlieren und ihre Objekte bei vielen Portalen anbieten. Außerdem müsste in die Optik der Anlagen investiert werden. Winter: „Die Ansprüche der Gäste haben sich einfach geändert. Wer morgen noch attraktiv sein will, sollte mal seine Kinder fragen, was ihnen gefällt.“

Von Wiebke Brütt

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