Fünf Kubikmeter Müll

Die Mitglieder der Seedorfer Dorfgemeinschaft fanden vor allem Flaschen im Bereich Umgehungsstraße/Rießel.

Bad Bevensen - Von Ute Bautsch-Ludolfs . Arbeitshandschuhe übergestreift, einen leeren Beutel geschnappt, die lange Greifzange genommen und schon kann es losgehen zum Suchen und Sammeln. Am Sonnabend war es wieder soweit. Die 9. Müllsammelaktion war angesagt, um beim Frühjahrsputz den Ort von unbedacht weggeschmissenen und abgelagerten Müll und Abfall zu reinigen. Sämtliche Vereine, Verbände, Organisationen, Parteien, jedem, der an der Sauberkeit von Bad Bevensen gelegen ist, waren gebeten, mitzuhelfen.

70 Helfer fanden sich um 10 Uhr am Bauhof an, und los ging es. In Gruppen oder einzeln machten sie sich in ein Gebiet auf, um Wegränder, Hänge, Gräben, Plätze, Wälder und mehr vom Müll zu befreien.

Bereits kurz nach Beginn hatte „Einzelgänger“ Klaus Kozig vom Schachverein ein besonderes „Fundstück“ im Visier: eine Front-Autoscheibe. Auffällig häufig wurden leere Flaschen gefunden – im Trend schienen eindeutig leere Wodkaflaschen zu sein. Viel Altglas fand die Gruppe von der Dorfgemeinschaft Seedorf im Bereich Umgehungsstraße/Rießel.

„Spektakuläre Fundstücke gab es nicht, jedoch zwei Kanister mit altem Friteusenfett, einen Campingstuhl, einen Rollkoffer. Es sind wieder fünf Kubikmeter Müll zusammen gesammelt worden“, so Roland Klewwe, Leiter des Bauamtes, der mit weiteren fünf Mitarbeitenden die Aktion betreute. „Es waren diesmal zwar nichts so viele Sammler dabei, aber das Ergebnis ist wie sonst auch.“ Die Jugendfeuerwehr war mit stattlicher Sammlerzahl dabei, der Kinderschutzbund und ein paar Vereine mehr. Weder seitens der Parteien, Verwaltung, kirchlicher Gruppen, Betriebe mit großer Mitarbeiterzahl oder der Schulen wurde ehrenamtlich für das Gemeinwohl bei dieser Aktion mitgemacht. Möglicherweise lag das am Osterferienbeginn.

Müll, beziehungsweise Abfall, sind nicht mehr benötigte Überreste im festen Zustand. Rund 455 Kilogramm Müll fallen in deutschen Haushalten pro Kopf an, die dann zugunsten eines verbesserten Umweltschutzes getrennt werden sollten. 199 Kilogramm dieser Müllmenge sind allein Haus- und Sperrmüll.

„Letztlich sind es vor allem Verpackungen, die wir gesammelt haben“, fasste ein Jugendlicher zusammen. „Flaschen, leere Dosen, Süßigkeitenpapier und mehr.“ Oft sind es Achtlosigkeit, Pflichtvergessenheit und Unbedachtsamkeit, auf diese Weise den Abfall loszuwerden, vermuten die Sammler. Andernorts wird das rigide betraft. Im Kanton St. Gallen wird schon für eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder ein ausgespucktes Kaugummi beim Erwischtwerden ein Strafgeld von umgerechnet 35 Euro fällig. Sollte es soweit kommen? Ist da Bewusstseinsbildung nicht der bessere Weg? Aktionen wie die in Bevensen sind ein Schritt dazu. Nächstes Mal vielleicht auch mit Warnwesten?

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