Nachdem der Storch in Emmendorf gesichtet wurde: Henning Bartels stellt Mast auf Pferdeweide auf

Ein frischer Horst als Angebot an Adebar

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Dango Teichmann, Henning Bartels und Horst Retzlaff (von links) montieren das Storchennest an den zwölf Meter hohen Mast, während Sohn Konstantin Bartels sie beobachtet.

loh Emmendorf. Was braucht ein Storch, um sich anzusiedeln? Wiesen und Überschwemmungsgebiete in Flussniederungen, um Nahrung zu finden – und einen Nistplatz.

Die ersten beiden Bedingungen sind in Emmendorf erfüllt, um für die dritte Sorge zu tragen, wurde jetzt auf dem Hof von Henning Bartels ein Storchenmast aufgestellt.

„Der Storch findet in der Ilmenauniederung hervorragende Bedingungen, um sich anzusiedeln“, erklärt Waldemar Golnik vom Naturschutzbund (NABU). Hier würde der Storch genügend Frösche, Mäuse, Regenwürmer und andere Beutetiere finden, damit er erfolgreich brüten kann. Ob sich gleich ein Storch ansiedeln wird, kann auch Golnik nicht sagen, aber es sei wichtig, eine Nistmöglichkeit anzubieten.

Gesichtet wurde Adebar bereits in Emmendorf, berichtet Bartels: „Der Storch saß bei uns auf dem Dach.“ Das sei auch der Anlass gewesen im letzten Sommer mit Golnik in Kontakt zu treten. Den Vogelexperten kennt Bartels bereits. So haben beide gemeinsam eine Schleiereulenhöhle in Bartels Scheune eingerichtet. Und nachdem er sich über die Möglichkeiten erkundigt hatte, sei für ihn schnell klar gewesen, einen Storchenmast zu errichten.

Das Nest haben die Bartels selbst auf die Plattform aus Draht und Brettern geflochten. Damit sich ein Storch auch wohlfühlt, wurde am Horst mit weißer Farbe Storchenkot imitiert. Nach unten ist die Plattform so gestaltet, dass Wasser abfließen kann. „Das ist wichtig, da junge Störche ansonsten bei Starkregen klamm werden und erfrieren könnten“, berichtet Golnick. Eine weitere Gefahr für die Gelege der Störche ist der Waschbär, der auf die Masten klettert und die Nester ausplündert.

Die Plattform hat der NABU beigesteuert, das Ausbaggern auf der Pferdekoppel übernahm Emmendorfs Bürgermeister Uwe Silbermann, während Celle-Uelzen-Netz einen zwölf Meter hohen Strommast und das Aufstellen des Pfahles sponserte. Damit dieser auch 15 bis 20 Jahre hält, legten die Mitarbeiter Horst Retzlaff und Dango Techmann eine Manschette um den Mast. „Das verhindert, dass Fäulnisbakterien den Mast angreifen“, erklärt Retzlaff.

Ein zweiter Nistplatz wurde dieses Jahr bereits in Stöcken aufgestellt, um den Störchen weitere Nistmöglichkeiten anzubieten, die im letzten Jahr erstmals seit den fünfziger Jahren wieder im Landkreis Uelzen, nämlich in Oetzen, brüteten. Auch in der Gerdau-Niederung wünscht sich Golnik einen Mast.

Henning Bartels wartet jetzt auf den Frühling: „Es wäre doch komisch, wenn das nicht klappt.“

Von Lars Lohmann

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