Forderung nach zusätzlichem Personal für Grünflächenpflege / Feller: „Kapazitäten sind nicht da“

BfB kritisiert „unwürdigen“ Anblick

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Ungepflegte Grünflächen bemängelt die BfB in Bad Bevensen. Mehrere Straßen in der Kurstadt seien schlecht gepflegt. Bürgermeister Martin Feller stellt in Aussicht, dass es ehrenamtliche Paten für Flächen geben könne.

Bad Bevensen. Mit den Worten „Ungepflegt, verwahrlost und verkommen“ überschreibt die Bürger für Bad Bevensen (BfB)-Fraktion in der Kurstadt eine Pressemitteilung, die den Zustand der Stadt kritisiert.

Darin erklärt die Fraktionssprecherin Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, dass das Straßenbegleitgrün, Baumplatten und öffentliche Grünflächen an vielen Straßen, Wegen und öffentlichen Plätzen aus Sicht der BfB in einem „trostlosen und vernachlässigten“ Zustand seien. Sie will dieses Problem im Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Bevensen behandelt wissen. Der Anblick sei „einer Kurstadt unwürdig“, so heißt es in dem Schreiben.

Die Ursache für die aus ihrer Sicht mangelnde Pflege macht die BfB im Kurpark aus: „Der zusätzliche Unterhaltungsaufwand, der für die Neuanlagen im Kurpark entstanden ist, darf nicht zulasten der Pflege der bestehenden Grünanlagen gehen“, so Hendel-Andabaka.

Konkret gehe es um die Pflege ganzer Straßenzüge, als Beispiel sind Medinger Straße, Möllerstraße, Staßen in Bad Bevensen-Ost und stadteigene Flächen am Elbe-Seitenkanal genannt. Desweiteren bemängelt die BfB die unterlassene Pflege vieler im Stadtgebiet angelegter Heideflächen, so zum Beispiel am Galgenberg, im Kurwohnviertel und im Hindenburgpark.

Die BfB fordert, dass notfalls zusätzliches Personal eingestellt wird oder eine Fremdvergabe der Pflegearbeiten erfolgt. Geld dafür gäbe es, findet die BfB: So hätten die Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt Bad Bevensen im laufenden Haushalt 2013 zum Beispiel 10 000 Euro für zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit in den Haushalt eingestellt. Dieser Betrag könnte zielgerichtet für die unterlassene Pflege der Grünflächen eingesetzt werden, so die BfB-Fraktion im Rat der Stadt Bad Bevensen.

Martin Feller, Bürgermeister in der Kurstadt, räumt ein: „Tatsächlich gibt es punktuell immer wieder Handlungsbedarf. Wir legen bei den Grünflächen den Schwerpunkt auf den Kurpark und die Innenstadt und arbeiten uns nach außen“, sagt er. Dabei entstünden durchaus schlechter gepflegte Flächen. „Man könnte überlegen“, so Feller, „dass man die eine oder andere Stelle etwas pflegeleichter macht – es kann auch mal eine Rasenfläche statt Blumenrabatte geben.“ So könne die Arbeit leichter werden. Gegen die Bezeichnungen „verwahrlost“ und „verkommen“ verwehrt er sich aber. Im Gespräch mit Kurgästen bekomme er insgesamt zu hören, dass die Stadt einen gepflegten Eindruck mache. Feller erklärt, dass man sich bereits um Patenschaften für Grünflächen bemühe, um engagierte Ehrenamtler für die Pflege zu gewinnen. Fest stehe: „Wir werden nicht mehr Leute einstellen. Die Kapazitäten sind nicht da“.

Die von der BfB ins Spiel gebrachten 10 000 Euro im Haushalt werde man dafür nicht antasten. Sie seien für die Einrichtung einer Pressearbeit für die Stadt Bad Bevensen vorgesehen. „Denn was nützt alle Schönheit, wenn man nicht dafür sorgt, dass die Stadt ins Gespräch kommt“, meint er.

Von Kai Hasse

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