Wehren, DRK und Polizei sind gestern Morgen im Großeinsatz, um 87-jährigen Bevenser zu finden

Fieberhafte Suche nach Vermisstem (87) im Elbe-Seitenkanal

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Mit Booten suchen die Feuerwehren aus Bad Bevensen, Bienenbüttel und Uelzen den Kanal ab.

Bad Bevensen. Während die Ehefrau auf einer Holzbank sitzt und einfühlsam von Seelsorgern betreut wird, suchen rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Bevensen, Bienenbüttel und Uelzen fieberhaft nach ihrem Ehemann.

Einsatzbesprechung: Vertreter von Freiwilligen Feuerwehren, Polizei, Wasser- und Schifffahrtsamt und DRK stimmen das gemeinsame Vorgehen ab.

Ein 87-jähriger Mann wird gestern seit dem frühen Morgen vermisst, und vieles deutet darauf hin, dass er aus freien Stücken in den Elbe-Seitenkanal gegangen sein könnte. Nachdem die Ehefrau die Bevenser Polizei alarmiert hat, fahren die Beamten zum Kanal und finden in der Nähe der Brücke bei Secklendorf eine Fahrradtasche des vermissten Seniors im Wasser schwimmen. Spätestens da, so erklärt Dieter Müller von der Kripo Uelzen vor Ort, sei für die Ermittler klar gewesen, dass der Vermisste wohl samt Fahrrad in den Elbe-Seitenkanal gefahren sein muss.

„Wir suchen mit Booten die Uferbereiche und das Wasser des Kanals ab“, erläutert Bad Bevensen Ortsbrandmeister Matthias Wedel. Meter für Meter fahren die Einsatzkräfte den Kanal zwischen Emmendorf und Wulfstorf ab. Auch laufen Feuerwehr-Teams auf der Suche nach dem 87-Jährigen anliegende Waldstücke ab. Das Deutsche Rote Kreuz steht mit einem Rettungswagen samt Notärztin in Bereitschaft. An den Ufern bleiben Schaulustige stehen, die einen Blick auf das Geschehen mit Blaulicht und Einsatzkräften erhaschen wollen.

Der Schiffsverkehr auf dem Kanal läuft während der Suchmaßnahmen unbeeinträchtigt weiter. „Aber alle sind informiert“, sagt Harald Weike vom Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen, der ebenfalls zur Einsatzstelle nach Bad Bevensen gekommen ist.

Aufgrund des Fundorts der Fahrradtasche im Wasser, möglicher Windeinflüsse und einer Strömung, die durch Schleusungen verursacht wird, versuchen die Verantwortlichen aller beteiligten Institutionen den Suchbereich nach dem Vermissten einzugrenzen. „In etwa fünf Minuten ist die Tasche ungefähr zehn Meter weitergetrieben“, berichtet Hartmut Jäkel von der Bad Bevenser Polizei. Harald Weike blickt einen Moment lang über das Wasser, überlegt kurz. „Ich würde die Suche auf diese Richtung konzentrieren“, sagt er dann und deutet nach Süden.

Am Abend meldet ein eingesetztes Sonarboot Auffälligkeiten am Grund des Kanals, woraufhin Taucher aus Lüneburg angefordert werden. Ihre Arbeit dauert ohne Ergebnis bis Redaktionsschluss an.

Von Ines Bräutigam

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