Feurio und Räubergeschichten

Feurio mit „Huuuih“-Effekt:: Die „Fire Fingers“ wirbelten sich mit feurigen Regenschirmen, Fackeln – und Statisten aus dem Publikum durch ihre beeindruckende Show.

Bad Bevensen - Von Janina Fuge. Es war ein fulminanter Abschluss des großen KKK-Festes, von „Kunst und Kultur im Kurpark: Als Freitagabend um 22.45 Uhr die Besucher bei klarem Himmel und arg frischer Frühlingsluft für rund 20 Minuten das große Feuerwerk bestaunten, quittierten unzählige „Aaahs“ und „Oohs“ die bunten Sternenregen und Blumenformationen, die sich vor stimmungsvoll beleuchteter Baumkulisse in den Himmel über Bevensen rankten.

Der Freitagabend war generell der Höhepunkt des zweieinhalbtägigen Festes: Jede Menge Kleinkunst gab‘s da zu sehen, von der verführerisch-launigen „Fräulein Rika“, die begleitet von ihrem „Swing Bubi“ ein laszives „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und andere Gassenhauer der 20er- und 30er Jahre ins Mikro hauchte bis zum wackeren Didgeridoo-Kay, der in Rauch gehüllt sphährisch entrückte Klänge seinem Instrument inmitten uriger Schilf-Kulisse entlockte.Weiße Riesen-Stelzenläufer traumwandelten durch den abendlichen Park, es gab Tanzakrobatik, aufregend Feuriges der Fire Fingers-Amazone oder Soul und Jazz mit den B‘Sides und ihrer so ganz lena-unähnlichen Blume-im-Haar-Sängerin, die mit ihren drei Musikern wirklich gute Musik zum Besten gab. Und dann war auch noch Geschichtenerzähler Gerhard Kabus mit seiner Märchenburg vor Ort, „richtig, richtig gruselige“ Geschichten gab‘s von ihm – die selbst Geburtstagskind Ole (seit Freitag 7) und seinen kleinen Bruder Hauke (6) zum Schmunzelfürchten brachten.

Ole fand die Räubergeschichte toll, „weil die Räuber sich im Wald verlaufen haben und die Menschen keine Angst mehr zu haben brauchen“, Hauke favorisierte eher die Drachen-Episode, weil „der Ritter den Drachen nicht tot gemacht hat“.

Am Sonnabend und Sonntag gab‘s „Kunst und Kultur“ ausschließlich tagsüber, viel Kunsthandwerk war dabei, eine Reihe von Darbietungen wie Gesangseinlagen vom Germania-Chor Bad Bevensen ebenso, außerdem Leckereien von Nackensteak bis Erdbeerbowle sowie einen großen Flohmarkt rund um den Neptun-Brunnen. Hüte und Honig gab‘s da im Kurpark zu erstehen, Strickkunst von Birgit Fitzke, komische Gartenvögel, Klamotten für Klein und Groß – und wen‘s da in Sachen Angebot schwächelte, konnte sich gleich von Heerwig Noormann am DRK-Tombola-und-Infostand den Blutdruck messen lassen.

Trotz des Angebots: „Besucher hätten wir uns definitiv mehr gewünscht, an allen Tagen – und einige Stände bauen deshalb auch schon ab“, kritisierte Händlerin Dörte Steding.

Die, die da waren, kamen zumeist dennoch auf ihre Kosten: Heide und Jochen Brusch aus Lüneburg beispielsweise führten ihren Besuch aus Augsburg durch den Kurpark, freuten sich über Blumenstände – und besonders eine englische Duftrose hatten es ihnen angetan: „Wir sind ganz begeistert“, meinten sie. Und das war ein Urteil, das auch die siebenjährige Constanze aus Potsdam teilt: Sie hing förmlich in den Seilen der Riesen-Trampolinanlage, „beinahe bis zur ganzen Welt“ habe sie hinausgucken können. Zumindest aber fast über den ganzen Kurpark.

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