Feuerwehrleute aus Bevensen-Ebstorf üben Umgang mit Einsatzfahrzeugen in Extremsituationen

Vollbremsung mit dem 18-Tonner

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Wie ein tonnenschweres Fahrzeug reagiert, wenn es plötzlich einem Hindernis ausweichen muss, das haben 48 Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf auf dem ADAC-Gelände in Embsen trainiert.

loh Bad Bevensen/Ebstorf. „Das war knapp!“. Sichtlich erleichtert steigt ein Feuerwehrmann aus dem Führerhaus eines Tanklöschfahrzeuges der Feuerwehr Bad Bevensen.

Soeben hat er das rund 18 Tonnen schwere Einsatzfahrzeug nach dem spontanen Ausweichen durch ein plötzlich auftretendes Hindernis zum Stehen gebracht. Und das durch eine Vollbremsung bei einer Geschwindigkeit von knapp 40 km/h. Insgesamt 48 Feuerwehrangehörige aus Altenmedingen, Bad Bevensen, Barum, Ebstorf, Himbergen, Römstedt und Wriedel nahmen jetzt an einem speziellen Training für Feuerwehrleute auf dem Übungsgelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums in Embsen teil.

„Feuerwehrautos sind keine Serienfahrzeuge, die der Hersteller erst auf den Markt bringt, wenn das beste Fahrverhalten erprobt wurde“, erklärt Andreas König, Sprecher der Bad Bevenser Feuerwehr. Abhängig von Fahrgestell, Beladung, Größe des Wassertanks und vielen weiteren Faktoren habe jedes einzelne dieser Spezialfahrzeuge sein eigenes Fahrverhalten. „Insbesondere in Grenzsituationen reagieren die Fahrzeuge völlig unterschiedlich“, erklärt König. Daher habe man auch auf den eigenen Fahrzeugen trainiert.

Ein Feuerwehrfahrzeug unter Einsatzbedingungen sicher zu führen, stelle hohe Anforderungen an den Fahrer. Auf der Fahrt zum Einsatzort wirkten viele Einflüsse auf ihn ein. Nicht nur das Blaulicht und Martinshorn versuchten mitunter großen Stress. Auch das unkalkulierbare Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer und oftmals wenig Fahrpraxis auf Großfahrzeugen stellten eine hohe Belastung dar. „Oben drauf lastet die Verantwortung für Fahrzeug und Mannschaft auf den Schultern des Fahrers“, erläutert König.

Im Rahmen der Maschinistenausbildung und anderer Ausbildungsdienste der Wehren gebe es daher regelmäßige Übungsfahrten. Dabei solle den Fahrern vermittelt werden, wie sich ein Fahrzeug jenseits der 7,5 Tonnen mit hohem Schwerpunkt bei einer Vollbremsung, bei Glätte oder dem spontanen Ausweichen bei einem plötzlich auftretenden Hindernis verhält.

„Es ist wichtig, dass die Fahrer die Grenzen ihres Fahrzeugs ausloten“, sagt König. Denn bei einem Einsatz zähle jede Minute und deshalb müssten die Fahrer wissen, wie ihr Fahrzeug bei welchen Geschwindigkeiten reagiert, sich in Kurven verhält oder wann das Anti-Blockier-System greift.

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