Neues Jugendparlament zieht in Bad Bevenser Rathaus ein: Christoph Sackmann erster Vositzender

Ein Fahrradhelm als Wahlurne

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Wendlandt

Bad Bevensen. Holprig startete das frisch gewählte Jugendparlament (Jupa) der Stadt Bad Bevensen in die neue Arbeit: Denn zur konstituierenden Sitzung des Gremiums fand sich nur die Hälfte der sechs gewählten Vertreter im Rathaus der Kurstadt ein.

In Abwesenheit wurde Christoph Sackmann aus Altenmedingen zum Vorsitzenden des Jugendparlaments gewählt, John Poul Schiffke per Losentscheid zum Stellvertreter.

 

Aber alles der Reihe nach: Bürgermeister Martin Feller und Jungparlamentarier John Poul Schiffke aus Himbergen sind schon eine Viertelstunde eher im Sitzungsraum und plaudern. Der zwölfjährige Schüler der Fritz-Reuter-Schule ist vorbereitet, hat „die Geschäftsordnung mehrmals gelesen“. John Poul hat sich Ziele gesteckt: „Ich möchte mich für bessere Busfahrzeiten einsetzen, dass ein neues Klettergerüst angeschafft wird und eine Skaterbahn.“ Inzwischen kommen zwei Jugendliche. Dazu gehört auch Pascal Kostmann. Der 15-Jährige hatte auch kandidiert, aber nicht genug Stimmen bekommen. Politikverdrossenheit? „Wieso, ich bin doch hier“, meint er. Und Erfahrung darin, Verantwortung für andere zu übernehmen, hat er. Pascal war Schulsprecher an der Dohrmann-Schule, bevor er nun zur KGS wechselte. Außerdem ist er Schulsprecher im Landkreis. Neben ihm sitzt Marvin De la Rosa. Er hat Erfahrung mit dem Jugendparlament, war dort stellvertretender Vorsitzender und er ist bereit, die Neuen mit zu unterstützen. Kandidiert hat er selber aber nicht mehr. Seine Begründung: „Zu viel zu tun mit der Schule.“ Marvin berichtet während der Sitzung von seinen Erfahrungen im Jugendparlament. „Oh, ich habe vieles gelernt: Mich auszudrücken, Reden zu halten. Das ist gar nicht so einfach. Ich hatte schon Flatter vor 25 Leuten zu reden. Bei den Ratssitzungen war ich auch dabei.“

Inzwischen ist auch der Jugendparlamentarier Henrik Engelke eingetroffen. „Ich hatte neun Stunden Schule, jetzt diese Sitzung, dann geht es nach Hause und anschließend gehe ich zur Jugendfeuerwehr Hohenbostel“, berichtet der Siebtklässler von einem voll gepackten Tag. Früher war er Klassensprecher, als er noch zur Grundschule Bienenbüttel ging. Jetzt also dieses Amt. Ihm schweben Änderungen an der Schule vor. „Es sollten mehr Sitzbänke am Busparkplatz sein, nur zwei Bänke für die über 1500 Schüler reichen nicht aus.“

Der Sitzungssaal füllt sich. Auch der dritte Abgeordnete, Laurenz Weinert aus Bad Bevensen, ist da. Sprecher der Fraktionen gesellen sich zu den Nachwuchsparlamentariern, Ordnungsamtsleiter Lothar Jessel und sein Stellvertreter Dieter Behne stehen für Fragen zur Verfügung.

Stephanie Reißner-Pannwitz vertritt die Bad Bevenser Fritz-Reuter-Schule. Sie wünscht sich „mehr Informationsfluss des Jugendparlaments in der Schule“ und schlägt dem Jupa vor, sich in der Schule zu präsentieren, etwa in einem Schaukasten mit den Fotos der Abgeordneten und den Protokollen der Sitzung.

Nicht dabei sind drei gewählte Jungparlamentarier. Till Benecke und Christoph Sackmann sind noch auf Klassenfahrt, Jan Niklas Schulze ist erkrankt.

Die Sitzung beginnt. Bürgermeister Martin Feller dankt den jungen Leuten dafür, dass sie Verantwortung übernehmen und sich für die Belange der Jugendlichen in der Stadt Bad Bevensen einsetzen wollen. Die Politiker aus dem Stadtrat stellen sich vor und die Verwaltungsmitarbeiter. Immer wieder heißt es: „Wir unterstützen Euch. Wir helfen Euch.“

Die Wahlen stehen an. Zwei Kandidaten gibt es, darunter den abwesenden Christoph Sackmann. Es wird verlesen, welche Ziele er hat.Beschlussfähig sind die Jugendparlamentarier – die Hälfte der Mitglieder reicht.

Es wird gewählt. Offen, per Handzeichen, so der Wunsch. Christoph Sackmann bekommt mit zwei Stimmen die Mehrheit. Jetzt geht es an den Stellvertreter. Alle drei Jungparlamentarier kandidieren. Stimmengleichheit. Ordnungsamtsleiter Jessel hat die Kommunalverfassung dabei und verweist darauf, dass jetzt per Losentscheid gewählt werden muss. Ein Fahrradhelm ist die Wahlurne.. John Poul wird Stellvertreter und wechselt mit Bürgermeister Feller jetzt den Leitungsplatz.

Es wird weiter gewählt. Schriftführer, Vertreter für drei Ausschüsse. „Ihr dürft dabei sein, mitreden, auch im nicht-öffentlichen Teil dieser Sitzungen, aber abstimmen nicht“, erklärt Feller. Was in den Ausschüssen läuft, teilen die Ratsmitglieder mit.

Es dauert, bis der nächste Sitzungstermin für das Jugendparlament festgelegt ist. „Habt ihr euren Terminkalender dabei“, möchte Bürgermeister Feller wissen. Klar doch, das Handy wird gezückt. Am 3. Dezember ist die nächste Sitzung.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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