Bad Bevenser Bauausschuss empfiehlt quaderförmigen Bau

Erster Entwurf fürs Kurhaus

So läge das Kurhaus südlich der Therme (hier noch in einem Entwurf ohne „durchgesteckte“ Bühne), darüber Platz für ein Hotel. Gr.: Bad Bevensen

Bad Bevensen. „Es ist das neue Wohnzimmer, das wir unseren Gästen bieten wollen“, sagte die Vorsitzende des Bauausschusses der Stadt Bad Bevensen, Birgit Ahders, über den ersten Entwurf des neuen Kurhauses Bad Bevensen.

Ein kleines Modell der Vorzugsvariante des Architektenbüros h. e. i. z. Haus aus Dresden stand auf einem Tischlein in der öffentlichen Sitzung im Großen Saal des Hauses. Etwa 20 Bevenser waren gekommen, um den ersten Entwurf zu sehen.

Das neue Wohnzimmer ist, grob gesagt, eine Art Quader mit der längeren Seite in Ost-West-Richtung. Er läge gut 30 Meter südlich der Therme und wäre im Entwurf des Architektenbüros durch einen Wandelgang mit der Therme verbunden. Mittig durchzieht sich in Längsrichtung ein Foyer. Im nördlichen, zur Therme gelegenen Teil liegen Betriebsräume, kleinere Mehrzweckräume, die auch für kleine Konzerte genutzt werden können, die Tourist-Info, ein „Slow-down“-Bereich und eine Bar. Der südlich vom Foyer gelegene Teil wird vom großen Saal eingenommen, er hat ein Fenster nach Süden, die Bühne liegt im westlichen, zur Ilmenau gelegenen Seite. In der Planung des Architektenbüros wäre die Bühne „durchgesteckt“, erklärte Thomas Schindler vom Architekturbüro – soll heißen: Die Bühne kann nach innen hin geschlossen und nach außen, Richtung Ilmenau, geöffnet werden. „So kann man kurzfristig und ohne großes Umräumen eine Innen-Veranstaltung zu einer Außen-Veranstaltung machen“, so der Architekt. Diese Möglichkeit stieß auf Anerkennung aus dem Publikum. Zwischen Therme und Kurhaus bliebe Platz, der als „Fenster“ zum Kurpark dienen soll oder die Möglichkeit böte, dort ein Hotel aufzubauen.

Der Bau hätte ein stufenförmiges Dach – höher über dem Saal, niedriger über dem Service-Bereich. Als Möglichkeit hatten die Architekten auch eine Dachterrasse auf dem niedrigeren Bereich aufgebaut, mit einem Holzgatter, das den Block oben abschließen würde. In der Diskussion um den Entwurf wurde dies diskutiert: Bedenken, ob eine Dachterrasse das Projekt verteuern würde, entgegnete der mit Schindler angereiste Architekt Thomas Strauch-Stoll: „Natürlich wäre es billiger, oben Kies draufzuschütten, wir sind aber der Überzeugung, dass es dem Bau guttut.“ „Sobald wir erkennen, dass die Kosten aus dem Ruder laufen, ergreifen wir geeignete Maßnahmen“, sagte dazu Bauamtsleiter Roland Klewwe. Und Schindler: „Wir haben einen strengen Kostendeckel. Momentan steuern wir die Kosten über die Flächengröße“. Bisher rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von bis zu fünf Millionen Euro höchstens – gefördert mit bis zu drei Millionen Euro.

Der Bauausschuss empfahl mit acht zu einer Stimme, die Vorzugsvariante des Architekturbüros weiterzubehandeln. Am 4. Juli entscheidet voraussichtlich der Stadtrat.

Von Kai Hasse

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