A 39: Stadt Bad Bevensen will neue Trassenführung bei Groß Hesebeck nicht akzeptieren

„Entsetzen in der Politik war groß“

Die Variante 1 (rote Linie) wurde von der Planungsbehörde zur Vorzugsvariante erklärt. Im Vergleich zur linienbestimmten Trasse (orange Linie) liegt sie etwa 200 Meter dichter an Groß Hesebeck.

Bad Bevensen/Groß Hesebeck. Nicht nur durch die Bevölkerung von Groß Hesebeck und Röbbel ging ein Schrei des Entsetzens, als die Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg die aktuellsten Trassenplanungen für die Autobahn 39 in diesem Bereich vorlegte.

Eine Talbrücke soll über das Naturschutzgebiet Röbbelbach samt Nebenflüssen führen.

Auch in der Bevenser Politik zuckte man zusammen angesichts der Pläne, die Autobahntrasse, die zwischen den beiden Bevenser Ortsteilen hindurchführen soll, noch weiter in Richtung Groß Hesebeck zu verlegen, um das FFH-Gebiet Röbbelbach zu schonen (die AZ berichtete). „Das Entsetzen in der Politik war groß“, schildert der stellvertretende Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer auf Nachfrage der AZ, „zumal in der jüngsten Vergangenheit keine Signale die neue Planung betreffend zu vernehmen waren.“ In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses hatte Bauamtsleiter Roland Klewwe den Politikern Details der geänderten Vorzugstrasse erläutert, und sehr schnell war den Fraktionsvertretern klar: Direkt vor Ort muss man sich kurzfristig ein Bild von den Plänen machen. „Die Terminabsprache läuft zurzeit noch“, sagt Kammer. Auch eine öffentliche Veranstaltung für die Bürger ist angestrebt.

Nach wie vor steht der Beschluss des Rates der Stadt Bad Bevensen, dass man eine Trassenführung, die die Ortsteile Groß Hesebeck und Röbbel voneinander trennt, grundsätzlich ablehnt. Möglicherweise, so ist zu vernehmen, könnten dieser Beschluss nun durch die Politik verschärft werden. Denn die Entfernung von manchen Groß Hesebecker Grundstücken zur geplanten Autobahn – die in diesem Bereich auf einem Damm geführt werden soll – beträgt deutlich weniger als 100 Meter. „Zwischen 20 und 50 Meter sind es“, schätzt Bauamtsleiter Klewwe aufgrund der aktuellen Unterlagen. Wie berichtet, soll für den Autobahnverkehr eine rund 9,50 Meter hohe Talbrücke über das Naturschutzgebiet Röbbelbach gebaut werden. Durch eine Verschwenkung um etwa 200 Meter gen Westen ist die Trasse nun dichter an Groß Hesebeck herangerückt, unter anderem soll demnach der Fuß der Autobahnböschung direkt am Sportplatz vorbeiführen. Die detaillierten Gründe hierfür wollen die Bevenser nun erfragen.

Auch das A-39-Anschlussstellenkonzept für Bad Bevensen, das ebenfalls in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises im Rahmen der Vorplanungsergebnisse vorgestellt wurde, wirft für die Bevenser Politik und Verwaltung einige Fragen auf. Bislang war neben der zwischen Altenmedingen und Secklendorf geplanten Anschlussstelle an der L 232 eine weitere Zu- und Abfahrt an der L 253 zwischen Bad Bevensen und Römstedt geplant. Letztere soll nun aber auch verlegt werden, und zwar an die Kreisstraße 41 zwischen Römstedt und Groß Hesebeck.

Die Planer in Lüneburg versprechen sich davon eine Optimierung der Verkehrsflüsse im Raum Bad Bevensen und eine Reduzierung in den Ortsdurchfahrten von Secklendorf, Römstedt, Oetzendorf und Oetzen. Eine mögliche Elbquerung bei Neu Darchau ist laut Landesstraßenbaubehörde in den Berechnungen berücksichtigt worden. Ihr Einfluss aber sei gering und kaum spürbar.

Die Zahlen, die diesen Argumenten zu Grunde liegen, wollen die Bevenser jetzt prüfen lassen. Unter anderem versprechen sie sich weitere Informationen von einer Untersuchung, die Auswirkungen der A 39 auf das nachgeordnete Straßennetz aufzeigen soll. „Die Untersuchung läuft noch“, so Kammer, „die Daten liegen noch nicht vor.“

Von Ines Bräutigam

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