Nach Brandstiftung am Gollerner Weg: Sonderkommission kann Verdächtigen nicht überführen

Der Tod einer Frau aus Bad Bevensen bleibt ungesühnt

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Bad Bevensen. Eine der gravierendsten Straftaten in der Kurstadt im Jahr 2015 bleibt vorerst ungesühnt.

Die Sonderkommission der Uelzener Polizei hat nach der Brandstiftung vom 20. September am Gollerner Weg, bei dem eine 71-jährige Bewohnerin starb, nicht ausreichend Beweise sammeln können, damit die Staatsanwaltschaft gegen einen Tatverdächtigen Anklage erheben kann. „Das ist wirklich bedauerlich, denn wir haben in diesem Fall alle Register gezogen“, betont der Leiter des Uelzener kriminalen Ermittlungsdienstes, Hans-Jürgen Nischk.

Nach dem verheerenden Feuer am Gollerner Weg, bei dem eine 71-Jährige starb, zog die Polizei alle Register, suchte unter anderem mit Handzetteln nach Zeugen und setzte eine Belohnung aus – doch den Täter konnten die Ermittler bis heute nicht überführen.

Rückblende: Eine Brandserie hatte an jenem 20. September 2015 die Kurstadt erschüttert. Unbekannte legten gegen 5 Uhr morgens Feuer an einem Doppelhaus am Gollerner Weg sowie zwei weitere Brände, unter anderem am Lyraweg. Eine 71-jährige Bewohnerin des Doppelhauses kann zwar noch gerettet werden, sie verstirbt jedoch einen Monat später an ihren schweren Verletzungen. Die anderen Hausbewohner kommen mit dem Schrecken davon. Insgesamt richten die Brandstifter einen Sachschaden von rund 200.000 Euro an.

Ins Visier der Ermittler gerät schnell eine Männergruppe, ein Verdächtiger wird festgenommen.

Der Mann schweigt zu den Vorwürfen, die Polizei muss ihn wieder laufen lassen. Eine Sonderkommission lässt nichts unversucht, um ausreichend Indizien zu sammeln. Unter anderem gibt es sogenannte Vegetationsuntersuchungen, um festzustellen, ob womöglich Erde aus dem Umfeld des Hauses beim Verdächtigen gefunden werden kann. „Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt viele eher ungewöhnliche Untersuchungen vorgenommen“, sagt Nischk. Aber letztlich sei trotz aller Anstrengungen eine „Individualisierung“ – sprich: die Tat einem Mann aus der Gruppe zweifelsfrei nachzuweisen – nicht möglich gewesen.

Zwar ist den Ermittlern das mutmaßliche Motiv schnell klar: Frustration. Der Täter hat offenbar wahllos die Feuer gelegt, die 71-jährige Frau ist ein Zufallsopfer. Doch auch das Aussetzen einer Belohnung in Höhe von 5000 Euro und das Verteilen von Handzetteln bei der Suche nach weiteren Zeugen bringt der Sonderkommission nicht den erhofften Durchbruch. Und so bleibt der Polizei nichts anders übrig, als die Akte ohne Täterermittlung zur Staatsanwaltschaft zu schicken.

Von Thomas Mitzlaff

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