Eine Kaffeerösterei kurz vorm Bersten

Fast 2000 Besucher kamen zur Bevenser Stammgast-Messe in die Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt.

Bad Bevensen/Hamburg - Von Ines Bräutigam. Die Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt platzte gestern nicht allein wegen des Kaffees aus allen Nähten. Denn die knapp 2000 Menschen, die von morgens bis abends das rote Backsteingebäude stürmten, wollten sich vor allem über Bad Bevensen informieren und das, was die Stadt und ihre Hotels zu bieten haben.

Um es vorweg zu nehmen: Die Resonanz überstieg die Erwartungen der Veranstalter maßlos. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Stammgast-Messe, die nach dem großen Erfolg in Berlin (AZ berichtete), jetzt auch in der nahe liegenden Hansestadt angeboten wurde, stehen die Bevensen-Fans schon Schlange vor der Tür. „Das ist jetzt eine Premiere, und wir müssen für das nächste Mal daraus lernen und unbedingt größere Räume haben“, sagt Uwe Winter, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing (BBM) GmbH, angesichts der Besucherströme, die sich an seinem Bad-Bevensen-Infostand vorbei in die Caféhalle drängeln, um dort zumindest noch einen Stehplatz zu ergattern.

Rund 7000 Stammgäste Bad Bevensens wurden im Vorfeld von acht großen Hotels und der BBM angeschrieben und nach Hamburg eingeladen. „Üblich ist eine Resonanz von 5 bis 10 Prozent“, weiß BBM-Mitarbeiterin Birgit Rehse, „bei uns sind es aber fast 30 Prozent...“

Eine der fast 2000 Besucher gestern ist Monika Wichmann. Die Hamburgerin ist mit ihrem Mann hergekommen, um sich über die Herbstangebote in Bad Bevensen zu informieren. Und zwischen Streuselkuchen und Spargelsuppe, den die BBM spendiert, verrät sie, dass es ihr vor allem die Therme und die wunderbaren Wanderwege rund um die Kurstadt angetan haben. „Die Nähe zu Hamburg ist prima, man ist schnell mit Auto oder Bahn dort“, fasst sie zusammen. Wie oft sie bisher in Bad Bevensen gewesen ist, weiß sie schon gar nicht mehr. „Viele Jahre jedenfalls.“

Während draußen im Foyer die aus Bad Bevensen angekarrten Heidekartoffeln wie geschnitten Brot über den Tresen in die Hände der Hamburger wandern, spielt drinnen die mit angereiste Kurkapelle auf. Doch Klarinette, Geige und E-Piano kommen nur schwer gegen das Stimmengewirr an, denn an den Infoständen der acht Bevenser Hotels werden intensive Gespräche über neue Pauschalen, das neue Ticketsystem oder die frisch sanierte Fußgängerzone geführt, am Tresen der Rösterei klappern Kuchenteller und Kaffeetassen. Als Uwe Winter dann noch versucht, bei der stündlichen Verlosung eines Übernachtungsgutscheins den Namen des Gewinners auszurufen, geht nichts mehr: Die Lautsprecheranlage scheppert und an den Kaffeetischen haben die Plaudereien der Gäste über bisherige Bevensen-Urlaube gerade ihren Höhepunkt erreicht.

Wer genug Information, Kaffee, Suppe und Kuchen hat oder noch gar nicht in dessen Genuss gekommen ist, weil die Rösterei schier zu bersten droht, kann erst einmal eine Stadtrunde mit dem roten Doppeldeckerbus drehen. Um nämlich die Menschenmassen etwas zu entzerren, hat Birgit Rehse alte Kontakte aufleben lassen: Heinrich Schuster, der in den frühen 80ern die Bevenser Kurbahn betrieben hat, ist heute Chef eben dieser Stadtbus-Flotte und lässt halbstündlich einen Bus vor der Rösterei zur Rundtour durch die Stadt starten.

Die meisten Besucher gehen gestern aber zufrieden nach Hause. Und gefragt, wann die Veranstaltungen denn nächstes Jahr stattfindet, haben sie auch – verbunden mit dem Wunsch, dass dann größere Räume zur Verfügung stehen mögen.

Kommentare