Schafhalter schlagen Alarm: Landesvorsitzender warnt vor Wolfs-Zuwachs

„Ein blutiges Frühjahr“

Wichtenbeck/Bad Bevensen. Schon wieder hat der Wolf zugeschlagen: Bei Wichtenbeck fielen ihm in der Nacht zu gestern zwei Heidschnucken zum Opfer. Wolfsberater Theo Grüntjens spricht von typischen Bissspuren an Kehle und Nacken. Das endgültige Ergebnis bringt ein Gentest.

Zwei frische Lämmer verschwanden, eines wurde später tot aufgefunden.

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Der Landesverband der Schafhalter schlägt jetzt Alarm: „Uns steht ein blutiges Frühjahr bevor“, warnt der Vorsitzende Jochen Rehse aus Klein Bünstorf. Für den Wolf sei es viel leichter, ein Schaf zu reißen, als einer Wildschweinbache einen Frischling abzujagen.

Schneller als auch vom Umweltministerium erwartet, breiten sich die Wölfe in der Region aus. Fünf bis zehn Wölfe sind laut Wolfsberater Grüntjens im Landkreis Uelzen unterwegs, jetzt im April ist Nachwuchs in den Rudeln auf dem Truppenübungsplatz Munster und auf dem Rheinmetall-Schießplatz zu erwarten. „Das ist wie eine Lawine, die uns überrollt“, klagt Rehse. Das Land habe keinerlei Konzept, wie es weitergehen soll, wenn in zwei Jahren 1000 geschlechtsreife Wölfe im Land lebten – und ob der Bestand dann auch durch Abschuss begrenzt würde.

Der Schäfer mache das, was die Bevölkerung wolle, meint Rehse: eine transparente Landwirtschaft mit Haltung im Freien. Doch die Unterstützung durch das Land sei mangelhaft: Bis Wolfsrisse entschädigt würden, vergingen fünf bis sechs Monate. Und bei der Förderung von Wolfsschutzzäunen – 80 Prozent der reinen Sachaufwendungen ohne Arbeitsaufwand – ginge die Masse der Schafhalter, die Hobbyhalter, leer aus.

Von Gerhard Sternitzke

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