Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf beriet über neue Einsatz-Gebühren

Drehleiter zum Billigtarif?

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Über die Gebühren für Einsätze von Feuerwehrfahrzeugen entbrannte im Fachausschuss jetzt eine kontroverse Debatte.

Bad Bevensen/Ebstorf. In welcher Höhe sollte der Einsatz eines Tanklöschfahrzeugs entschädigt werden? Wie tief sollten Versicherungen oder andere Kostenträger für den Einsatz der Drehleiter oder eines Feuerwehrboots in die Tasche greifen?

Zu diesen und ähnlichen Fragen gab es durchaus unterschiedliche Meinungen in der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Anlass für die Beratungen war die Tatsache, dass die bislang noch zwei Gebührenordnungen für Dienst- und Sachleistungen der Feuerwehren aus den alten Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf und Bevensen zu einer gemeinsamen zusammengefasst werden sollen. Doch vor allem Hans-Jürgen Cordes, 1. stellvertretender Gemeindebrandmeister, haderte mit den Zahlen, die Dieter Behne von der Verwaltung für eine Gebührensatzung vorschlug. Ihm waren die neuen Gebühren viel zu niedrig angesetzt.

„80 Euro pro Stunde für den Einsatz eines Tanklöschfahrzeugs ist viel zu wenig“, sagte er, „andere nehmen 200 Euro und mehr. Oder 80 Euro für die Drehleiter – die Uelzener nehmen 230 Euro. Wir können da überall um hundert Prozent erhöhen, da wird uns keiner was tun.“

Auch Stephan Kaufmann (BfB) waren die Ansätze zu niedrig. Allerdings forderte er eine genaue Kalkulation. Nur die hatte Dieter Behne nicht in petto – er müsste dabei nämlich die Daten der letzten drei Jahre zugrunde legen, und das sei aufwändig. Sein Entwurf orientiere sich daher an aktuellen Zahlen, die er um 20 Prozent erhöht habe.

Einig war man sich allerdings, dass sogenannte Unfugalarmierungen künftig pauschal mit 500 Euro berechnet werden sollen und für das Ausrücken bei Fehlalarmen 400 Euro fällig werden. „Das muss weh tun, sonst ändern die nichts“, übte Hans-Jürgen Cordes Kritik an Hoteliers und Unternehmern, die ihre defekten Brandmeldeanlagen dickfellig nicht reparieren ließen. Bislang werden diese Feuerwehr-Einsätze nach Zeit abgerechnet.

Weil auch Gemeindebrandmeister Wilhelm Ripke mit höheren Gebühren einverstanden wäre und Ausschussvorsitzender Bernd Lüders (SPD) sich ebenfalls dafür aussprach, einigte man sich schließlich auf folgendes Prozedere: Verwaltung und Feuerwehrspitze sollen jetzt gemeinsam neue Gebühren erarbeiten und noch vor der Kommunalwahl im September dem jetzigen Samtgemeinderat zum Beschluss vorlegen.

Von Ines Bräutigam

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