Bad Bevensens modernisierte Jod-Sole-Therme wurde gestern eingeweiht

„Denkwürdiger Meilenstein“

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Vor dem Schwimmen kam das Schneiden: Minister Bode gab vor 160 Gästen das neue Becken frei.

Bad Bevensen. Es war „ein wichtiger Tag für die gesamte touristische Region Lüneburger Heide“, stellte Uwe Winter gestern Vormittag fest. Und der Geschäftsführer der Bevenser Kurgesellschaft begrüßte zu diesem bedeutungsvollen Tag, an dem die Eröffnung der umgestalteten Jod-Sole-Therme gefeiert wurde, rund 160 Gäste.

Mit der Modernisierung werde man nicht nur den Ansprüchen verschiedener Gästegruppen gerecht, sondern auch der kürzeren Verweildauer der Gäste und der demografischen Entwicklung. Mit dem Gesundheitstourismus hat Bad Bevensen den richtigen Weg eingeschlagen. Und diese Entwicklung, so Winter, habe bereits sein Vorgänger und ehemaliger Stadtdirektor Hans-Bernd Kaufmann erkannt.

Landrat Theodor Elster sagte später, das vollendete Projekt trage deutlich Kaufmanns Handschrift. Uwe Winter dankte neben dem Landkreis Uelzen als weiterem Gesellschafter der Kur GmbH vor allem dem Land Niedersachsen, das die 9,5 Millionen Euro schwere Modernisierung mit 1,42 Millionen Euro gefördert hat; 4,47 Millionen Euro Zuschüsse flossen aus dem EFRE-Fonds der EU. „Es sind Investitionen, die sich lohnen“, versicherte der Geschäftsführer der Kurgesellschaft, und darüber freute sich vor allem Jörg Bode – der Wirtschaftsminister war gestern ebenfalls zur Einweihung der „neuen“ Therme gekommen. Winter dankte aber auch und vor allem seinen Mitarbeitern, die in den vergangenen zwei Jahren Bauzeit so manche Beschwerde von Badbesuchern einstecken mussten.

Für einen der Mitarbeiter legten die 160 Gäste gestern eine Schweigeminute ein, denn die Veranstaltung wurde überschattet vom Tod des langjährigen technischen Leiters der Jod-Sole-Therme wenige Tage zuvor. „Ich bin sehr zufrieden, wenn ich das so sehe“, stellte Minister Bode fest, „und wenn da mal wieder Post von ihnen kommt, dann werden wir das berücksichtigen“, kündigte er an – in Anspielung auf die Pläne der Bevenser, ein neues Kur- und Tagungszentrum zu bauen – und wenn es nach Uwe Winter geht, auch ein Thermenhotel.

In einem kurzen Abriss erinnerte der Wirtschaftsminister an die Entwicklung Bad Bevensens zum Heilbad, das die Jod-Sole als natürliches Heilmittel hat und damit richtigerweise Wirtschaft und Tourismus entwickele. Bad Bevensen habe immer wieder eine hohe Qualität eingefordert und auch umgesetzt, die Gegebenheiten an die aktuellen Bedürfnisse der Gäste angepasst. Als einziges staatlich anerkanntes Heilbad sei Bad Bevensen überdies „ein echtes Highlight in diesem Lande“ und „eines unserer Schwergewichte“.

Wenn es jetzt gelinge, die Gästezahlen weiter zu steigern, neue Zielgruppen zu erreichen, dann werde das Land auch künftig hinter den Bevensern stehen. Man könne Zuschüsse nur gewähren, so Bode, „wenn es vor Ort Menschen gibt, die Visionen haben, andere dafür begeistern und es anpacken“. Deshalb habe das Land bei der Modernisierung der Therme die Initiative aus Bad Bevensen aufgegriffen und das Vorhaben gefördert. „Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt“, bescheinigte der Minister den Kurstädtern und fügte launig an: „Und wenn Sie dann mal von den vielen neuen Gästen hören, dass noch etwas benötigt wird, dann schreiben sie ruhig einen Brief nach Hannover – ich komme dann her, und wir sehen, was wir tun können...“

In den Ohren von Noch-Bürgermeister Bruno Losiak dürfte dies Musik gewesen sein. Denn auch er dankte dem Minister, dass er Bad Bevensen stets wohlwollend gegenüber stehe. Und er hoffe auf eine eben solche Unterstützung bei dem eventuellen Neubau eines Kurhauses. Ein überarbeiteter Zuschussantrag liegt bereits bei der Förderbank des Landes, der N-Bank. Landrat Theodor Elster bezeichnete die Modernisierung der Therme als „denkwürdigen Meilenstein“ in der fast 45-jährigen Geschichte der Bevenser Kurgesellschaft.

Das neue Vitalbecken und das neue Gesundheitsbecken, deren Gestaltung das Stuttgarter Architekturbüro Ingeborg Geier entworfen hat, reihten sich würdig in die Erfolgsgeschichte des Heilbades ein. Und auch der Landkreis – neben der Stadt Bad Bevensen weiterer Gesellschafter der Kur GmbH – hat sein Scherflein zum Gelingen beigetragen. „Die positiven Auswirkungen auf den Landkreis rechtfertigen dies“, betonte Elster, unter anderem im Hinblick auf die Arbeitsplätze, die der Bevenser Kurbetrieb sichere.

Und dann wurde es feierlich: Pastor Hermann-Georg Meyer widmete das neue Vitalbecken und stellte es „unter den Schutz und Segen Gottes“. Und nachdem Minister Bode dann endlich das Band an der Beckentreppe durchgeschnitten hatte, konnten die ersten Badegäste das Wasser mit seinen klangvollen Attraktionen wie Champagnersprudeln in Beschlag nehmen. Ab heute wird in der Bevenser Therme der Badebetrieb wieder ganz normal fortgeführt.

Von Ines Bräutigam

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