Bad Bevensen: Vereinsvorsitzender Hellmanzik weist Kritik und Zweifel zurück

Demenzdorf auf dem Villa-Gelände

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Auf dem Gelände der Villa im Park soll das Demenzdorf entstehen, sagt Hans-Peter Hellmanzik.

Bad Bevensen. Seit etwa einem Jahr ist es still geworden um das Projekt Demenzdorf für Bad Bevensen. Doch hinter den Kulissen gehen die Planungen weiter, versichert der Vorsitzende des Vereins „Demenzdorf Bad Bevensen e.V.“, Hans-Peter Hellmanzik, auf AZ-Nachfrage.

Für das Gelände der DRK-Villa im Park an der Ebstorfer Straße wurden bereits im vergangenen Jahr Pläne erstellt.

Mehr noch: Die Pläne haben sich konkretisiert. Denn waren damals noch das Areal des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses und das Grundstück der Bad Bevenser DRK-Villa im Park an der Ebstorfer Straße als mögliche Standorte im Gespräch, habe man sich nun auf letzteres festgelegt.

Zurzeit sind in der Villa im Park, wie mehrfach berichtet, Flüchtlinge untergebracht. Der DRK-Kreisverband als Eigentümer hatte das Objekt zu diesem Zweck für fünf Jahre bis 2019 an den Landkreis vermietet. „Wir warten nun, bis dort der Mietvertrag ausläuft“, sagt Hans-Peter Hellmanzik, dann werde dort das Wohnkonzept für an Demenz erkrankte Menschen realisiert.

Was das Gelände des einstigen Hamburgischen Krankenhauses nahe dem Elbe-Seitenkanal angehe: Da habe der Landkreis als Eigentümer „trotz reichlich Vorgesprächen nie grünes Licht gezeigt“, so Hellmanzik. Damit es vorangehe, habe man sich jetzt für die Villa-im-Park-Fläche entschieden. Gründungsmitglied Bernd Peter kritisiert allerdings, dass diese und weitere Neuigkeiten nicht an die Vereinsmitglieder weitergegeben worden seien.

"Das Demenzdorf kommt"

Wohl behütet und dennoch frei. Unterstützt und angeleitet, aber dabei selbstbestimmt und selbstständig. So sollen Menschen in einem Demenzdorf wohnen und leben, für dessen Entstehen es in der Kurstadt seit fast zwei Jahren den Verein gibt. Wie gewaltig und aufwändig das Vorhaben ist, wird zurzeit an einigen Entwicklungen deutlich: So hat es in dem Verein nicht nur personelle Veränderungen gegeben. Auch Ungeduld und Unzufriedenheit machen sich hier und da breit.

So kritisiert Gründungsmitglied Bernd Peter, dass es seit der Gründung am 21. Juli 2014 erst eine einzige Mitgliederversammlung gegeben habe. Laut Satzung müsse jedes Jahr eine solche stattfinden. „Die letzte Mitgliederversammlung“, so Peter, „fand am 17. Juni 2015 statt. Seit diesem Datum haben die Mitglieder keine Möglichkeit bekommen, mit dem Vorstand und Beirat über die Verwirklichung des Modellprojekts ‘Demenzdorf’ zu diskutieren.“

Auf Nachfrage habe er erfahren, dass es Verhandlungen mit möglichen Investoren gebe und die Mitglieder informiert würden, sagt Bernd Peter. Nur geschehen sei dies nicht. „Der Vorstand kommt seiner Informationspflicht gegenüber den Mitgliedern nicht nach“, beklagt Peter, „diese werden auch nicht ausreichend in die Arbeit des Vereins mit einbezogen.“

Erfahren habe man auch nichts darüber, dass die stellvertretende Vorsitzende Ellen Laas ihr Amt abgegeben habe. Außerdem sei Kerstin Effe als Vorsitzende des Vereins-Beirats zurückgetreten. Auch hierüber, so Peter, seien die Mitglieder nicht informiert worden.

Hellmanzik bestätigt auf AZ-Nachfrage: „Ja, es ist etwas still geworden, aber es läuft alles.“ Peters Kritik kann er nicht ganz nachvollziehen: Die Mitglieder würden regelmäßig per Rund-Mails über Aktuelles informiert. Auch an die Satzung halte man sich natürlich: Ende September, kündigt Hellmanzik an, werde es eine Mitgliederversammlung geben. Dann sei auch eine Nachwahl für seine Stellvertreterin Ellen Laas an der Tagesordnung. Warum sie ihren Posten abgegeben hat, dazu wollte Ellen Laas gegenüber der AZ keinen Kommentar abgeben.

Bei Kerstin Effe waren es Zeitgründe, die sie dazu veranlasst hatten, schon im vergangenen Jahr den Vorsitz im Beirat abzugeben. „Das Ganze hat eine Dimension angenommen, die meinen zeitlichen Rahmen einfach sprengt“, sagt sie auf AZ-Nachfrage. Sie sei noch Mitglied im Verein, betont sie, aber den Beiratsvorsitz könne sie nicht in dem Maße erfüllen, wie es der eigene Anspruch erfordern würde. Neue Vorsitzende des Beirats sei nun wiederum Ellen Laas.

Aus Sicht von Hans-Peter Hellmanzik gibt es abschließend keinen Grund zu Sorgen und Zweifeln: „Das Demenzdorf kommt.“

Von Ines Bräutigam

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