Missstände im Tiergehege Addenstorf / Landkreis setzt Eigentümer Frist bis Anfang April

Damwild: Veterinäramt erlässt Verfügung

Der Damwildbestand in Addenstorf wird aufgelöst. Immer wieder wurden Befürchtungen über Missstände laut. Foto: Jepsen

Addenstorf. Die Frist ist gesetzt. Bis zum 8. April muss der Eigentümer des Damwildgeheges im Jelmstorfer Ortsteil Addenstorf den kompletten Bestand abschaffen. „Die Verfügung zur Bestandsauflösung ist rausgegangen“, erklärt Kreissprecher Martin Theine gegenüber der AZ.

Mehr als 20 Tiere leben auf dem Gelände. Wie berichtet, weist das Gehege erhebliche Missstände auf. Alle bisher an den Eigentümer gestellten Forderungen hatte dieser dem Landkreis zufolge nicht erfüllt. Bereits seit Jahren beschäftigen die Zustände im Damwildgatter die Behörden. Immer wieder gab es Beschwerden, die auf unzureichende Fütterung und Vernachlässigung der Tiere hinwiesen. Beunruhigte Anwohner wandten sich daraufhin auch an den Naturschutzbund (NABU) in Uelzen.

Der Besitzer sei nun angehalten, bis zur gesetzten Frist die Tiere „angemessen zu ernähren, zu pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen“, sagt Theine. Das Damwild müsse ständig mit ausreichend Tränkwasser versorgt werden. Sobald der Futterbestand nicht mehr ausreicht, sei der Besitzer verpflichtet, bedarfsgerecht hinzuzufüttern, erklärt der Pressesprecher. Die Auflösung des Bestands könne entweder durch „den Verkauf der lebenden Tiere an eine sachkundige Person oder durch das Erlegen zur Fleischgewinnung erfolgen.“ Hierbei müsse der Besitzer jedoch die tierschutzrechtlichen Vorschriften einhalten, sagt Theine. Sollte der Eigentümer gegen die Auflagen verstoßen, werde ihm ein Zwangsgeld angedroht und gegebenenfalls eine Fütterung der Tiere auf seine Kosten beauftragt. In letzter Konsequenz würde der Landkreis die Auflösung des Bestands übernehmen.

Peter Block, Vorsitzender der NABU-Kreisggruppe Uelzen, äußert hingegen Zweifel an der Einhaltung der Auflagen. „Natürlich muss er sich an tierschutzrechtliche Bestimmungen halten. Doch leider gibt es auch hier zu viele Ausnahmen“, sagt Block. Zudem befürchtet er, dass womöglich tragende Muttertiere erlegt werden. Dr. Jörg Pfeiffer, Leiter des Kreisveterinäramtes, hält es dagegen für unwahrscheinlich, dass sich im Gehege hochträchtige Tiere befinden. Niedertragendes Wild sei jedoch nicht auszuschließen. Zugleich betont er, dass nicht jedes einzelne Tier für eine entsprechende Untersuchung eingefangen werden könne.

Unter den Addenstorfern hat sich die Unsicherheit noch nicht gelegt. Wie eine Anwohnerin der AZ mitteilt, habe sich an der Situation vor Ort nichts geändert. Sie fühle sich vom Veterinäramt im Stich gelassen. Noch immer sei die Tränke vereist und die Futterraufe leer. „Wir machen die Kontrollen, die uns möglich sind“, erklärt Dr. Pfeiffer. Voraussetzung sei jedoch, dass dem Amt eine entsprechende Anzeige vorliegt.

Von Melanie Jepsen

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