Großer Haufen in Addenstorf sorgt für Ärger unter Anwohnern / Landwirt gibt Entwarnung: „Kein Hühnerkot“

Champignon-Abfall riecht nach Mist

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Nun sorgt ein hoher nicht abgedeckter Haufen auch in Addenstorf bei den Hügelgräbern für Zündstoff und Unruhe. Handelt es sich dabei um Hähnchenmist oder Hühnertrockenkot? Er verursacht jedenfalls einen unangenehmen Geruch.

Addenstorf. Aufsehen erregt nicht nur ein großer Misthaufen, der hinter einem Waldstück zwischen Varbitz und Müssingen liegt. Jetzt sorgt ein ähnlicher Haufen in Addenstorf bei den Hügelgräbern, der nicht abgedeckt ist, für Ärger, Unruhe und sogar Wut unter vielen Anwohnern.

„Schon immer liegt der Haufen dort. Mal ist er größer, mal wird er kleiner“, beschwert sich ein Anwohner, der seinen Namen gegenüber der AZ nicht nennen möchte. Er hat Angst, dass es sich um Hähnchenmist oder Hühnertrockenkot handeln könnte.

Fest macht der Mann seine Vermutung am unangenehmen Geruch. „Das riecht wie Otter, wenn es ausgeliefert wird“, beschreibt er seinen Eindruck.

So erlebt es ebenfalls eine Anwohnerin, die entlang des Weges spazieren geht. Auch ihr entweicht der beißende und stechende Geruch nicht aus der Nase. „Ich habe festgestellt, dass hier fast keiner mehr vorbei geht. Viele meiden den Weg hier. Denn der Gestank ist fürchterlich.“ Auch sie wirkt ängstlich und hat vor allem Bedenken vor Krankheitserregern, die in dem Haufen stecken könnten.

Eine weitere Anwohnerin, die aus dem Wohngebiet Kläpenheide kommt, spricht sogar schon von einer Unterschriftenaktion, die mehrere Anwohner starten wollen. „Es nervt alle“, bemerkt sie im Vorbeigehen. Das Ziel des Vorhabens sei, dass der Haufen abgedeckt werde. „Denn streckenweise können wir dort nicht mehr spazieren gehen.“

Landwirt Hans-Wilhelm Giere, auf dessen Fläche der Misthaufen liegt, kann die Aufregung gar nicht nachvollziehen. Er entwarnt und bestätigt gegenüber der AZ, dass es sich bei dem Haufen um keinen Hähnchenmist oder Hühnertrockenkot handelt. Das beweist Giere anhand einer Flut von Dokumenten wie Lieferscheinen, Produktzertifizierungen sowie Aufzeichnungen über Wirtschaftsdüngerlieferung. Daraus geht hervor, dass es sich um Champost vom Band handelt, die ein Hersteller für Pilzkulturen aus Visbek abgegeben hat. „Das ist nichts anderes als Champignon-Mist“, sagt Giere.

Da dieses so genannte Pilzkultursubstrat einen geringeren Ammoniumgehalt enthält als Hühnertrockenkot, bedürfe dieser Haufen keine Abdeckung. Das belegt Giere anhand der Kennzeichnung nach der Düngemittelverordnung. „Es fällt unter die Abfallverordnung des Landkreises Uelzen und muss nicht abgedeckt werden“, meint der Landwirt.

„Die generelle Abdeckungspflicht gilt in diesem Fall nicht, weil es im Runderlass des Niedersächsischen Umweltministeriums nicht erwähnt ist“, erklärt der stellvertretende Amtsleiter vom Umweltamt des Landkreises Uelzen, Uwe Holst. Eine pauschale Abdeckungspflicht gelte nur für Hähnchenmist und Hühnertrockenkot. Dieser Runderlass beziehe sich auf die Grundwasserentsorgung.

Landwirt Giere versichert, dass alles genau geprüft werde. „Es gibt klare Regelungen darüber, was und wie man etwas abdecken muss. Der Landkreis will wissen, was alles auf das Flurstück kommt.“ Er kann sich den unangenehmen Geruch, der dort in der Luft liegt, mit der Kartoffelschlämpe erklären. „Das ist der Rest von der Brennerei und liegt im Güllesilo. Daran kann es liegen.“

Von Volker Althoff

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