Camper-Freuden am Kurhaus?

Direkt am Kurhaus, von der Dahlenburger Straße aus zu befahren, könnte ein Stellplatz für Wohnmobile entstehen – ein Gutachten weist diesen Standort als optimal aus.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Mit ihrem Antrag, neben der Fläche am Waagekai einen weiteren Stellplatz für Wohnmobile in Bad Bevensen anzubieten – möglicherweise in der Nähe des Rosenbades –, hatte die SPD-Fraktion der Stadt Bad Bevensen einen Stein ins Rollen gebracht.

Doch mit einer Entscheidung tut sich die Politik zurzeit schwer. Denn weder der Stellplatz am Waagekai wird als optimal erachtet, noch würde ein Platz am Rosenbad die Probleme lösen (die AZ berichtete). Und das wird jetzt durch ein Fachgutachten, das zurzeit von den Fraktionen beraten wird, bestätigt. Weil es dazu noch reichlich Beratungsbedarf gibt, wurde die Beratung zu einem weiteren Wohnmobilplatz jüngst auch von der Tagesordnung der Stadtratssitzung genommen.

Was die Fraktionen zurzeit beraten, ist ein Gutachten von Professor Dr. Rainer Krüger, Sozialwissenschaftler und Professor für Geografie an der Universität Oldenburg. Der europaweit anerkannte Spezialist auf dem Gebiet des Wohnmobil-Tourismus hat nicht nur den Ist-Zustand in Bad Bevensen analysiert, sondern auch Vorschläge für weitere Stellplätze unterbreitet. Sein Favorit ist dabei eine Wohnmobilfläche direkt am Kurhaus mit der Zufahrt von der Dahlenburger Straße.

Die Gäste könnten bei dieser Lösung in „hochattraktiver 1a-Lage“ quasi im Bademantel von ihren Wohnmobilen in die Therme gehen. 18 Stellflächen könnten hier laut Gutachten entstehen, und weil Frischwasserzuleitungen und Schmutzwasserkanal bereits existieren, ließe sich dieser Platz auch ohne größeren Aufwand einrichten, lautet Krügers Einschätzung. Die Gesamtkosten schätzt er auf etwa 50 000 bis 60 000 Euro.

Als weitere Stellplatz-Variante ist nach dem Krügerschen Gutachten eine Parkfläche am Sonnenuhrgarten denkbar. Hier wäre Platz für 16 Wohnmobile. Auch diese Lage sei günstig zur Therme und zur Fußgängerzone, so Krüger, allerdings besitzt der Platz nicht die landschaftliche Qualität und ist entfernungstechnisch nicht ganz so attraktiv wie die erste Variante. Empfehlung des Experten: Die Einrichtung des Stellplatzes sollte erst dann erfolgen, wenn sich abzeichnet, dass die erste Variante direkt an der Therme überlastet ist. Er betrachtet den Sonnenuhr-Stellplatz lediglich als Ausweichplatz oder preisgünstigere Alternative zum ersten Stellplatz.

Wegen der fußläufigen Entfernung zur Therme hält der Gutachter einen Wohnmobil-Stellplatz am Rosenbad für nicht so günstig. „Während der Hauptsaison kann er aber für Familien mit Kindern attraktiv sein, weil direkt daneben das Freibad liegt.“ 15 Stellflächen wären hier möglich – mit einer Besonderheit: Wegen der Platzverhältnisse können auch besonders große Einheiten für übergroße Wohnmobile angeboten werden.

Zu guter Letzt schätzt Professor Krüger den bereits existierenden Stellplatz am Waagekai am Elbe-Seitenkanal lediglich als Ergänzungsangebot zu den innerstädtischen Plätzen ein. Wegen seiner städtischen Randlage sei er „unattraktiv und wenig geeignet“. Vor allem für ältere Gäste, die tagsüber die Einrichtungen der Bevenser Innenstadt besuchen und den Tag bei kulturellen Angeboten am Abend ausklingen lassen wollen, sei „der Standortwechsel mit dem Wohnmobil nach 20 Uhr auf einen entfernt liegenden Außenstandort fast unzumutbar“.

Von einem bereits angedachten Ausbau des Stellplatzes am Elbe-Seitenkanal mit einem WC- und Sanitärgebäude rät der Experte deshalb auch ab, hält dies für eine „nicht erforderliche Investition“. Stattdessen empfiehlt Professor Krüger „sobald wie möglich mit der Errichtung des hoch attraktiven Stellplatzes direkt an der Therme zu beginnen“. Bad Bevensen könne sich damit ein Markenzeichen als besonders reisemobilfreundlicher Kurort vor allem bei älterem Publikum aufbauen.

Kommentare