Baumfällungen und Sperrungen am Bad Bevenser Rießel

Bad Bevensen: Buchen und Eichen müssen weichen

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Reiner Baumgart (links) und Axel Neumann von den Landesforsten nehmen eine der alten Buchen in Augenschein. Sie und weitere Bäume müssen aus Sicherheitsgründen an der Waldstraße gefällt werden.

Über Jahrzehnte hinweg wuchs auf dem Grundstück das Grün vor sich hin, die Bäume des Waldrandes taten es ihm nach.

Doch mit dem Verkauf einer Fläche an der Bad Bevenser Waldstraße an einen Häuslebauer rücken dort nun nicht nur die Baumaschinen an, sondern auch die Waldarbeiter: Weil dicht am Waldrand ein Wohnhaus entstehen soll, werden die Niedersächsischen Landesforsten ab kommender Woche etwa ein halbes Dutzend Bäume fällen. Die ältesten von ihnen, Buchen und Eichen, sind um die 160 Jahre alt.

Die Arbeiten seien zur Gewährleistung der Sicherheit des Grundstücks erforderlich, erklären Landesforsten-Sprecher Reiner Baumgart und Verwaltungsdezernent im Niedersächsischen Forstamt Oerrel, Axel Neumann. Am Montag, 1. August, werde ein qualifizierter Forstunternehmer mit den Fällungen beginnt, die voraussichtlich zwei Tage dauern werden. Anwohner und Waldbesucher müssen daher mit vorübergehenden Behinderungen und Sperrungen der Arbeitsbereiche rechnen.

Der südöstliche Waldrand des Rießels wird sich an dieser Stelle somit nach vielen Jahrzehnten verändern und einige Meter zurückweichen. Manch alt eingesessener Anlieger sei damit gar nicht so glücklich gewesen, weiß Axel Neumann. So habe einer sogar einen eigenen Gutachter beauftragt, um die Notwendigkeit der Fällungen überprüfen zu lassen. Doch dieser Gutachter bestätigte die besondere Situation und stimmte dem Ansinnen der Niedersächsischen Landesforsten zu: Die bis zu 30 Meter hohen Bäume stehen zu lassen, wäre „ein unkalkulierbares Risiko“, so Neumann.

Gerade in den vergangenen zwei Wochen seien erst große Äste auf das noch unbebaute Grundstück gestürzt. Dass ihnen keine weiteren folgen werden, dafür könne niemand garantieren, sagt Axel Neumann. Mehr noch: Beim Blick in einige Baumkronen müsse man da sogar so seine Bedenken haben. Und wenn etwas passiere, müssten die Niedersächsischen Landesforsten für den Schaden aufkommen. Also habe man sich entschieden, solange noch kein Neubau auf dem Grundstück steht, zur Tat zu schreiten und die Bäume im Sinne der Verkehrssicherung zu beseitigen.

Allerdings mussten die Verantwortlichen der Landesforsten dabei auch die Belange des Naturschutzes im Blick behalten. Denn die Brut- und Setzzeit, die erst zum Monatsende ausläuft, erlaubte bislang keine Baumfällarbeiten. Außerdem wurden Experten zu Rate gezogen. „Das geplante Vorhaben wurde mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Uelzen und dem zuständigen Fledermausbeauftragten abgestimmt“, erklärt Reiner Baumgart. „Besondere Sorgfalt wurde bei den Vorbereitungen auf die Kontrolle von Hohlbäumen gelegt.“ Denn sichergehen wollte man, dass sich nicht noch in irgendwelchen Spalten und Ritzen der alten Bäume Familienverbände der nächtlichen Jäger befinden.

Mit der jetzt anstehenden Maßnahme, die letztlich der Sicherheit der Anwohner diene, wolle man auch die Grundlage für einen vielfältigen Waldrand schaffen, kündigt Baumgart an. So werden wohl Teile der gefällten Eichen und Buchen als Totholz liegen bleiben und verschiedenen Tieren künftig als Lebensraum dienen.

Von Ines Bräutigam

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