Stadtdirektor mahnt zu Sachlichkeit

Bevenser befürchten bei Gleis-Ausbau Enteignungen

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Mancherorts in Bad Bevensen trennen Bahnlinie und Wohnhäuser nur wenige Meter – vor dem Hintergrund eines geplanten Ausbaus der Gleisstrecke machen sich erste Bevenser deshalb bereits Sorgen.

ib Bad Bevensen. Für die Akteure des „Dialogforums Schiene Nord“ ist es nach langen Diskussionen endlich ein Konsens, für andere ist die Entscheidung, bestehende Bahnstrecken für zunehmende Güterverkehre auszubauen, Anlass zur Sorge. Vor allem in Bad Bevensen.

So schreibt die Kurstädterin Erika Zabel-Keglovits der AZ, sie befürchte „eine ungeheuerliche Lärmbelastung“, die auf die Kurstadt zukomme. Eine Kurstadt, „die ja auf Wellness setzt. Wer will denn Wellness mit Lärm?“.

Außerdem hofft sie, dass den Verantwortlichen in Bad Bevensen bewusst sei, „dass für ein weiteres Gleis der Bahndamm von Medingen bis zum Einschnitt Klein Bünstorf verbreitert werden muss“. Und ein Stück weiter gedacht, fragt die Bevenserin: „Werden nun die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke enteignet? Ich hoffe, dass auch andere Bevenser Bürger erkennen, welches Kuckucksei der Kurstadt ins Nest gelegt wurde.“

Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer fordert zur Sachlichkeit auf und hält Diskussionen über Enteignungen für unsachlich. „Die Behauptung dient der Verunsicherung der Anwohner und soll Misstrauen schüren“, sagt er. Noch gebe es nämlich keinerlei Planungen für den Ausbau der Strecke.

Kammer hatte während des Dialogforums die Position der Kurstadt als Samtgemeindebürgermeister vertreten, und zwar auf Basis beschlossener Resolutionen. Ein Ziel sei gewesen, die Region vor Neubautrassen zu bewahren.

In einem alsbald zu gründenden Projektbeirat soll nun in die konkretere Planung eingestiegen werden. Kammer will sich darum bemühen, in diesem Gremium einen Sitz zu erhalten. „Die Stadt will ihre schutzwürdigen Interessen deutlich machen, um Auswirkungen so minimal wie möglich zu halten und zu Verbesserungen beizutragen“, betont der Stadtdirektor. Dabei setzt er auch darauf, dass der besondere Status Bad Bevensens als Kurort Berücksichtigung findet. Kammer: „Die Bahn hat im Rahmen des Dialogforums zugesagt, schwierige Punkte mit Kommunen und Bürgern einvernehmlich regeln zu wollen.“

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