Bad Bevensen: Residia setzt auf Klein-Investoren und will bis zu fünf neue Einrichtungen übernehmen

14 Zimmer für Demenzerkrankte

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Im Mai oder Juni sollen die Baufahrzeuge an der Albert-Schweitzer-Straße anrollen: Als erstes werden die beiden Seitenschenkel des Baus verlängert – um 14 stationäre Einzelzimmer.

Bad Bevensen. Die Residia GmbH Bad Bevensen baut an: Bereits im Mai oder Juni sollen die Bauarbeiten an . der Seniorenresidenz an der Albert-Schweitzer-Straße beginnen.

Die bestehenden Zwei-Zimmer-Apartments werden modernisiert, in einem Anbau entstehen 14 stationäre Einzelzimmer – ein Vorhaben, das die Residia Bad Bevensen GmbH gemeinsam mit der „Wirtschaftshaus-Verwaltungsgesellschaft mbH“ bis Ende 2016 realisieren will, so kündigte es Residia-Geschäftsführer Marcus Mollik während einer öffentlichen Informationsveranstaltung an.

Marcus Mollik

Die Idee: Der Betreiber – in diesem Fall die Residia GmbH Bad Bevensen – mietet die Pflegeeinrichtung für mindestens 20 Jahre. Das Unternehmen Wirtschaftshaus mit Sitz in Garbsen bei Hannover, das darauf spezialisiert ist, Pflegeimmobilien als Anlageform zu vermarkten, sucht private Geldgeber, die in das Projekt einsteigen. Ihnen verspricht Wirtschaftshaus nicht nur sichere Renditen zwischen 4,5 und 6 Prozent und „größtmögliche Sicherheit“. „Wir sind der Aufteiler für Wohnimmobilien“, erklärte Wirtschaftshaus-Mitarbeiter Sandro Pawels bei der Infoveranstaltung in Bad Bevensen. Ankaufen, aufteilen und vermarkten gehöre zum Aufgabenspektrum des Unternehmens, so wie die Beratung der Anleger. Diese bekämen für ihr Geld – über das Sanierung und Anbau finanziert wird – Eigentumswohnungen in der Anlage.

„Das ist mir lieber als an irgendeinen Aserbaidschaner zu verkaufen“, begründete Mollik seine Zusammenarbeit mit Wirtschaftshaus – ein augenzwinkernder Hinweis auf aktuelle Entwicklungen in der Kurstadt. Denn ein Investor aus Aserbaidschan hat in diesem Jahr bereits mehrere Bevenser Hotel- und Pensionsbetriebe gekauft. Auch die Folgeprojekte sollen gemeinsam mit Wirtschaftshaus verwirklicht werden. Zwei bis fünf weitere – neue oder bestehende – Einrichtungen mit bis zu 800 Betten will Mollik in den kommenden fünf Jahren in der Region übernehmen. Mollik: „Wir werden in ein paar Jahren 300 bis 400 Mitarbeiter haben.“

In Bad Bevensen werde nach dem Umbau das „ganze Portfolio“ der Betreuung angeboten – vom betreuten Wohnen mit Unterstützung eines externen Pflegedienstes bis zu Kurzzeitpflege und stationärer Pflege. „Wir werden künftig auch einen multifunktionellen Bereich für Demenzerkrankte haben“, kündigt Mollik die Einrichtung eines Teilbereichs an, der je nach den Bedürfnissen der Bewohner geschlossen oder offen betrieben werden kann.

Von Wiebke Brütt

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