Bahnanbindung und Gesundheitsstruktur zieht Neubürger an: Bauboom in der Kurstadt

Bad Bevensen ist am Zug

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Die Zuganbindung, das kulturelle Angebot und die gesundheitliche Versorgung – all das sind Argumente für Neubürger nach Bad Bevensen zu ziehen. In der Stadt entsteht derzeit so viel Wohnraum wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Bad Bevensen. Der demografische Wandel trifft Bad Bevensen nicht so hart wie andere Kommunen im Landkreis Uelzen. Während andere Bereiche des Landkreises bis 2030 bis zu 15 Prozent ihrer Einwohner verlieren, liegt Bad Bevensen laut Statistik bei zehn Prozent.

„In den vergangenen eineinhalb Jahren ist in Bad Bevensen so viel neuer Wohnraum entstanden wie in den letzten 20 Jahren nicht“, sagt Bevensen-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewwe. Im Neubaugebiet Britzenberg seien 28 der 29 Grundstücke verkauft. Für die Areale an der Benecke-Wiese und an der Ebstorfer Straße, die spätestens Ende des Jahres „baureif“ sein sollen, bestehen bereits lange Wartelisten. Zudem entstehen in der Innenstadt unter anderem an der Pastorenstraße sowie im Bäckergang und an der Straße Krummer Arm barrierefreie Wohnanlagen.

Vor allem für ältere Menschen aus Ballungszentren wie Hamburg und Berlin sei Bevensen aufgrund der Infrastruktur wie der Bahnanbindung, dem kulturellen Angebot sowie der gesundheitlichen Versorgung eine interessante Alternative – das spiegelt sich eindeutig im Altersdurchschnitt wieder: 54 Jahre ist der Durchschnitts-Bevenser alt – Tendenz steigend. „Bis 2030 werden wir starke Einbrüche bei den bis zu 25-Jährigen und starke Zunahmen im Bereich der Älteren haben“, prognostiziert Klewwe eine Entwicklung, die im speziellen Fall der Kurstadt Bad Bevensen nicht nur wenig überraschend, sondern auch wünschenswert ist, wie Bürgermeister Martin Feller betont: „Dem wollen wir gar nicht entgegenwirken. Unsere Kompetenz liegt bei der Gesundheit und dadurch, dass immer mehr ältere Menschen nach Bad Bevensen ziehen, schaffen wir Arbeitsplätze für junge Leute.“

Schon heute verzeichne die Kurstadt Bad Bevensen einen hohen Pendlerüberschuss bei den 4500 Arbeitsplätzen, die die Kurstadt bereit halte. „Das wäre natürlich auch eine Zielgruppe für mögliche Zuzüge – zumal das in der Regel aktive, junge Leute sind“, sagt Klewwe. Um diese als Neubürger zu gewinnen, müsste sich die Kurstadt jedoch nach Ansicht von Martin Feller noch weiter strecken – beispielsweise die Flexibilität der Kinderbetreuung hinsichtlich Zeiten und Standorte erhöhen. „Bei dem Veranstaltungsprogramm haben wir ja schon einiges gemacht. Es ist moderner und jünger geworden“, sagt Feller.

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